Pi Music Box – Streaming Lösung für den Raspberry Pi

Pi MusicBox bezeichnet sich selbst als “Schweizer Taschenmesser” für Musik-Streaming mit dem Raspberry Pi. Und in der Tat: mit der Pi MusicBox verwandelt sich der Raspberry Pi in eine veritable Musik-Streaming-Box. Mit zahlreichen Funktionen. Neben lokalen Medien, lassen sich Webradios, Spotify und Podcasts nutzen. Auch Google Musicund Soundcloud Unterstützung sind integriert. Damit funktioniert die Lösung ähnlich wie Geräte von Sonos.

Als weitere nette Funktion für IOS-Awender wird Airplay unterstützt. Für andere Geräte werden offene Standards wie DLNA unterstützt. Funktionen die ich bei Sonos immer vermisst habe.

Die Installation ist recht einfach, Image herunterladen auf die SD-Karte bringen. Die Konfiguration erfolgt über eine Konfigurationsdatei. Hier werden die Einstellungen für WLAN, verfügbare Dienste etc. festgelegt.

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Anschließend läuft die MusicBox. Zugriff und Steuerung erfolgt über eine Weboberfläche, wahlweise gibt es auch Apps, welche die Steuerung über die API erlauben. Im Hintergrund kommt Modidy zum Einsatz, ein Medien-Server auf Basis von Python. Mit diesen technischen Feinheiten muss man sich jedoch selbst nicht weiter beschäftigen. Pi MusicBox ist eine bereits voll ausgestattete und konfigurierte Linux Distribution. Wer mag, kann natürlich auch direkt im SSH drauf zugreifen.

Da die Soundausgabe des RPI eher mies ist, ist auf jeden Fall noch eine USB-Soundkarte empfehlenswert. Zahlreiche werden unterstützt, ich selbst nutze eine billige für 6 Euro. Ansonsten werden auch andere spezielle RPI-Soundkarten unterstützt.

Auch auf Geräten der ersten Generation läuft Pi MusicBox ohne Probleme.

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Raspberry Pi Original WLAN Adapter

Mit WLAN und dem Raspberry Pi hatte ich schon die ein oder andere Sorge. Es gibt viele WLAN-Adapter die eigentlich ganz gut funktionieren. Im Details hatte immer mal wieder Probleme. Mit einigen wurden keine WLANs angezeigt. Bei anderen hatte ich das Problem, dass diese in den Standby-Modus wechseln und damit der Raspberry Pi nicht mehr im Netzwerk erreichbar ist. Für Dinge wie eine WLAN-Kamera oder Airplay-Abspieler ist das natürlich doof. Es gibt Anleitungen, wie man von verschiedenen WLAN-Adaptern diese Dinge konfigurieren kann, wirklich funktioniert hat dies bei mir nicht.

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Nun habe ich mir mal den Original WLAN-Adapter von der Raspberry Pi Foundation zugelegt. Dieser kostet zwar ein paar Euro mehr, funktioniert dafür bei mir problemlos. Auch den Standby-Modus kann man deaktivieren. Anstecken und schon funktioniert er. Er ist im schlichten Weiß gehalten und etwa so groß wie andere Sticks. Die typische Himbeere ziert ihn auf der Oberseite. Wer also mit anderen Adaptern wie ich schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollte sich den mal anschauen. Meine Hoffnung ist ja noch, das eventuell die nächste Version vom RPI WLAN bereits mitbringt.

Den Adapter gibt es z.B. auf Amazon.de oder im englischen Shop ThePiHut.com.

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Einrichtung in der Shell

Wer Raspbian mit der grafischen Oberfläche nutzt, der konfiguriert sein WLAN einfach dort. Ist auf dem Raspi nur die Konsole oder SSH aktiv ist es etwas komplizierter. Zuerst suchen wir mal, ob der RPI das WLAN findet:

pi@raspberrypi ~ $ sudo iwlist wlan0 scan | grep "ESSID"
                    ESSID:"EasyBox-7BE452"
                    ESSID:"ekiwi.de"
                    ESSID:"Gastzugang"
                    ESSID:"eKiwi.deGast"
                    ESSID:"FRITZ!Box Fon WLAN 7141"
                    ESSID:"WLAN-63A224"

Die Zugangsdaten für das WLAN müssen wir nun in die Konfigurationsdatei eintragen:

sudo nano /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf

Dort tragen wir den WLAN-Namen und das Passwort ein:

network={
        ssid="ekiwi.de"
        psk="geheim"
}

Anschließend sollte das WLAN auch schon funktionieren. Will es nicht gleich: Reboot tut gut.

Stromsparmodus deaktivieren

Als nächstes deaktivieren wir den Stromsparmodus, damit dieser das WLAN nicht abschaltet und der RPI erreichbar bleibt. Über den Befehl iwconfig können wir den aktuellen Status abfragen:

pi@raspberrypi ~ $ iwconfig
wlan0     IEEE 802.11bgn  ESSID:"ekiwi.de"
          Mode:Managed  Frequency:2.412 GHz  Access Point: 9C:C7:A6:43:C6:76
          Bit Rate=150 Mb/s   Tx-Power=1496 dBm
          Retry short limit:7   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Power Management:off
          Link Quality=61/70  Signal level=-49 dBm
          Rx invalid nwid:0  Rx invalid crypt:0  Rx invalid frag:0
          Tx excessive retries:0  Invalid misc:0   Missed beacon:0

Standardmäßig steht hier Power Management:on, d.h. der Modus ist noch aktiv. Zuerst editieren wir die Konfigurationdatei für die Netzwerkinterfaces:

sudo nano /etc/network/interfaces

Dort der Konfiguration vom “wlan0” folgende Zeile hinzufügen:

wireless_power off

Mit dem Tool iw deaktivieren wir noch den Power Save Modus für den WLAN-Stick. Falls iw nicht installiert ist, dann einfach mit sudo apt-get install iw installieren.

sudo iw wlan0 set power_save off

Anschließend ist der Power Save Modus deaktiviert und der RPI sollte dauerhafte Netzwerkverbindung über den WLAN-Stick haben. Damit funktioniert dann auch die Webcam für den Wellensittich:

rpi2

Owncloud: Backup/Sicherung der Kontakte

Owncloud ist eine wunderbare Lösung, um sich von den großen Cloud-Anbietern loszureißen und Kontakte, Kalender und Dateien auf den eigenen Server ins eigene Land zu holen. Nachteil ist: man muss selbst auf seine Daten aufpassen und Obacht geben, dass nichts unverhofft abhanden kommt.

Denn sind die Kontakte erst mal aus Versehen bei z.B. irgendwelchen Wartungsarbeiten gelöscht, dauert es nicht lange, bis sich das Mobiltelefon mit dem hinterlassenen Vakuum synchronisiert hat. Für diesen Fall habe ich gern eine vcf-Datei (vCard-file) im Ärmel bzw. auf der einem separaten Speichermedium.

Um ein Backup bzw. Sicherung seiner Kontakte mit Owncloud vorzunehmen ruft man den Link

https://myowncloudurl.de/remote.php/carddav/addressbooks/benutzer/contacts?export

im Browser auf und speichert die vcf-Datei mit den gesammelten Kontakten an einen sicheren Ort. Bei myowncloudurl.de trägt man selbstverständlich die URL zum eigenen Server ein oder wahlweise, je nach dem von wo man zugreift, localhost oder die IP-Adresse. benutzer muss durch den Benutzer-Namen des Owncloud-Account ersetzt werden.

IP–Update für DynDNS-Dienste unabhängig vom Router

Vorrede

Vor Kurzem hatte ich mir meinen Raspberry Pi als Server eingerichtet und den Zugriff übers Internet auf den Server über einen eigenen DynDNS-Dienst konfiguriert. Wie in dem Artikel schon angedeutet handelt es sich nicht um einen echten DNS-Dienst, sondern um ein IP-Update mit Weiterleitungsfunktion, was für viele HTTP-Anwendungsfälle funktioniert aber, oh Schmach, leider nicht für alle Anwendungsfälle, wie z.B. dem Synchronisieren von Kalender- oder Kontaktdaten zwischen Server und Smartphone via CalDAV oder CardDAV.

Also musste jetzt übergangsweise ein herkömmlicher DynDNS-Dienst her, bis die Firma einen richtigen Linux-Server spendiert auf dem man auch einen eigenen DynDNS z.B. via Bind9 einrichten kann Smiley. Das war aber kein leichtes Unterfangen, da, wie ich feststellen musste, inzwischen die meisten bekannten DynDNS-Dienste entweder kostenpflichtig geworden sind oder umständliche, regelmäßige Logins auf deren Webseite verlangen. Ich bin nun bei http://dnsdynamic.org/ gelandet. Dort ist das Angebot kostenlos ohne regelmäßige Logins und es wird bis zum heutigen Tag versprochen auch in Zukunft absolut kostenfrei zu bleiben.

Was ich eigentlich sagen wollte

Da ein solcher DynDNS-Dienst es erforderlich macht, dass der Router nach der Zwangstrennung durch den Internet-Provider seine neu zugewiesene IP-Adresse dem DynDNS-Dienst mitteilt, muss man sich Gedanken machen, wie das erfolgen soll. Der bekannteste Ansatz ist, das Update der IP-Adresse durch den Router durch Verwendung einer Update-URL vornehmen zu lassen. Das nachfolgende Bild zeigt die Eingabemaske in der Fritz!Box dafür.

dyndns_fritzbox

Der andere mögliche Ansatz ist das IP-Update auf dem Server laufen zu lassen. Hierfür gibt es den Perl Client DDclient.  Man installiert den DDclient mit dem Befehl

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install ddclient 

Bei dem nun folgenden Installationsprozess wird man noch zu den Daten seines dynalias abgefragt. Dabei wird gleich die *.config-Datei angelegt. Im Falle der Verwendung eines dynalias von dnsdynamic kann darüber hinweg gehen bzw. erstmals irgendetwas eintragen.

Ist die Installation fertig ruft man die Konfigurationsdatei mit einem Texteditor auf

pi@raspberrypi ~ $ sudo nano /etc/ddclient.conf 

und trägt dort folgendes ein:

daemon=60                                                  # check every 60 seconds
syslog=yes                                                   # log update msgs to syslog
mail=root                                                     # mail all msgs to root
mail-failure=root                                          # mail failed update msgs to root
pid=/var/run/ddclient.pid                             # record PID in file.
ssl=yes                                                        # use ssl-support.  Works with
# ssl-library
use=web, web=myip.dnsdynamic.com        # get ip from server.
server=www.dnsdynamic.org                     # default server
login=DeinLogin                                          # default login
password=DeinPasswort                            # default password
server=www.dnsdynamic.org,              \
protocol=dyndns2

Die Platzhalter “DeinLogin” und “DeinPasswort” müssen noch mit den eigenen Login-Daten ersetzt werden. Den Wert von daemon kann man getrost nach weiter nach oben setzen. Dort wird angegeben in welchem Intervall auf IP-Änderungen geprüft werden soll. Selbst für den ambitionierten Heimserverbetreiber sind 60 Sekunden etwas Overkill. Hier kann man auch gut und gerne 10 Minuten (600) oder länger eintragen.

Wenn jetzt noch die erforderlichen Ports im Router freigegeben sind, sollte dem Zugriff aus dem Internet nichts mehr im Wege stehen.

Server auf Raspberry Pi einrichten

In den voran gegangenen Artikeln hatte ich beschrieben, wie man die Ersten Schritte mit dem Raspberry Pi unternimmt und wie man sich einen Fernzugriff einrichten kann. Hier soll nun eine kurze Anleitung folgen, wie man auf dem Raspberry Pi einen Server installiert.

Mit Kanonen auf Spatzen

Installiert werden soll die Grundausstattung als LAMP-Server (Linux, Apache, MySQL, PHP). Der eine oder andere mag jetzt denken ‘das arme kleine Teil! Da gibt’s doch leichtere Server-Alternativen!’  Aber wir geben uns die volle Dröhnung.

System – Update durchführen

Die meisten Dokus empfehlen erst einmal ein System-Update zu machen. Normalerweise würde ich sagen ein Update kann nicht schaden, aber mit solchen Aussagen sollte man vorsichtig sein.  Das Update führen wir mit folgenden Befehlen durch:

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get update    
pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get upgrade 

Und nach jedem Update empfiehlt sich natürlich ein Neustart per

pi@raspberrypi ~ $ sudo reboot                 

Benutzer und Gruppe anlegen

Für unseren Serverdienst legen wir nun noch den Benutzer und die Gruppe www-data an und weisen den Benutzer der Gruppe per usermod zu. In den meisten Fällen wird der Benutzer schon existieren.

pi@raspberrypi ~ $ sudo useradd www-data                                
pi@raspberrypi ~ $ sudo groupadd www-date                             
pi@raspberrypi ~ $ sudo usermod -a -G www-data www-data  

Wer mehr über Benutzer und Gruppen unter Linux wissen möchte, findet bei ubuntuusers.de eine recht gute Erläuterung.

Installation von Apache, PHP und MySQL

Mit dem Kommando

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install apache2        

wird das Apache2 – Paket geholt und installiert um anschließend mit den Befehlen

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install php5              
pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install php5-mysql  

PHP5 und PHP5-MySQL zu installieren. PHP5-MySQL enthält die Libraries für den Zugriff auf die MySQL-Datenbanken. Wer will, installiert sich noch zusätzlich PHP5-XCache, was die Ausführung von PHP–Seiten beschleunigt, da nach einmaliger Interpretation der PHP–Seite der Binärcode (PHP-Opcode) im Cache gehalten wird und somit nicht bei jedem neuen Aufruf der Interpreter neu bemüht werden muss.

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install php5-xchache  

Nun noch den My-SQL-Server installieren. Während der Installation wird man dann noch aufgefordert ein Passwort für den MySQL-Root-User zu vergeben, was empfohlen wird, aber nicht zwingend erforderlich ist.

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install mysql-server  

Und wer seine Datenbanken lieber über den Browser administriert installiert sich noch phpmyadmin:

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install phpmyadmin   

Bei der Installation kommen dann noch ein paar Zwischenfragen, wie ggf. für welchen WebServer phpmyadmin eingerichtet werden soll sowie zur Datenbank – Einrichtung.

Jetzt noch testen

Als erstes Testen wir mit der standardmäßig bei der Installation angelegten index.html Datei. Zuvor nehmen wir aber eine kleine Änderung mit dem Nano – Editor vor, mit welchem man auf Konsolenebene Textdateien anschauen und bearbeiten kann. Dieser Schritt ist nicht unbedingt nötig; wir machen es einfach, weil wir es können:

pi@raspberrypi ~ $ sudo nano /var/www/index.html  

nanoeditor

In meinem Fall habe ich mal ein “Hura! Es geht” eingefügt. Jetzt rufen wir nur noch mit der uns vom Raspberry bekannten IP-Adresse die Seite auf und staunen, dass es funktioniert!

browser_index

PHP testen wir indem wir uns mit dem Nano – Editor eine kleine php – Datei anlegen und diese dann aufrufen:

pi@raspberrypi ~ $ sudo nano /var/www/info.php   

nano_phpinfo

browser_infophp

Nun fehlt noch der Test zum Aufruf von phpMyAdmin. Das hat nicht auf Anhieb geklappt und ist erst mal fehlgeschlagen. Ursache ist, dass in der Apache-Konfig-Datei ein entsprechender Verweis fehlt. Also öffnet man z.B. wieder mittels Nano die Datei

/etc/apache2/apache2.conf

und fügt dort folgende Zeile ein:

Include /etc/phpmyadmin/apache.conf

Und nun noch phpMyAdmin im Browser aufrufen und sich freuen dass alles geht.

browser_phpmyadmin

Fernzugriff/Remote Desktop für Raspberry Pi einrichten

Wer einen Raspberry Pi sein Eigen nennt, will sich meistens keine zweite Tastatur, Maus und Monitor zulegen oder diese vom vorhandenen Computer jedes Mal umstecken nur um den Raspberry bedienen zu können. Deswegen muss nach der Erstinstallation, welche ich in einem anderen Beitrag beschrieben hatte, aber ganz flott ein Fernzugriff her.

SSH aktivieren

Als erstes richten wir SSH (Secure Shell) im Pi ein. Dazu müssen Monitor und Tastatur noch direkt am Raspberry angeschlossen sein. Ich gehe davon aus, dass ein neueres Betriebssystem für den Raspberry installiert ist, so dass der SSH-Server bereits installiert ist und nur noch aktiviert werden muss.

In die Konsole geben wir

pi@raspberrypi ~ $ sudo raspi-config  

ein, woraufhin sich der Raspberry Pi Konfigurator öffnet. Die folgenden Bilder zeigen für Raspbian, wie man über den Konfigurator die SSH aktiviert. Je nach installierter Geschmacksrichtung des Betriebssystem kann die GUI abweichen.

ssh_setting2

ssh_setting1

ssh_setting3

So das hätten wir.

IP ermitteln

Ab jetzt brauchen wir keine direkt angeschlossen Tastatur und Monitor mehr, außer wir wollen die IP-Adresse von unserem Raspberry direkt ermitteln, welche wir im nächsten Schritt für den Fernzugriff per SSH benötigen:

pi@raspberrypi ~ $ ifconfig  

Alternativ schauen wir im Router nach welche IP unsere Himbeere hat:

fritzbox

Per SSH zugreifen

Mit diesem Wissen können wir unter Mac OS per SSH auf den Raspberry Pi zugreifen, indem wir ein Terminal – Fenster öffnen und den folgenden Befehl eingeben. Die IP – Adresse muss natürlich durch die eigene ersetzt werden.

ssh -lpi 192.168.10.23

Unter Windows nutzt man das Tool PuTTY für den Zugriff:

PuTTY

Damit hat man eigentlich schon den vollen Fernzugriff auf den Pi und kann alles Erdenkliche damit anstellen. Doch manch einer ist eher der visuelle Typ und möchte eher grafisch in Form einer GUI sehen, was da ab geht. In diesem Fall muss ein Remote Desktop Verbindung her.

Remote Desktop Verbindung einrichten

Damit Remote Desktop (RDP) funktioniert muss auch sichergestellt sein, dass der Desktop des Pi beim Booten startet. Dazu ruft man im Pi wieder den Konfigurator per pi@raspberrypi ~ $ sudo raspi-config  auf und nimmt die entsprechende Einstellung vor.

desktop_boot_setting

Um RDP nutzen zu können installieren wir den RDP-Server mit folgenden Befehl auf unserem Raspberry:

pi@raspberrypi ~ $ sudo apt-get install xrdp     

Unter Windows öffnet man sodann Remotedesktopverbindung. Unter Mac OS muss man sich zuvor einen RDP – Client installieren. Solche Clients gibt es einige im AppStore, aber auch Microsoft hält einen Client für den Mac bereit:

http://www.microsoft.com/de-de/download/details.aspx?id=18140

remote_desktop

Nachdem wir auf Verbinden geklickt haben, bekommen wir einen Bildschirm vom XRDP – Server unseres Raspberry Pi angezeigt mit der Aufforderung Benutzername und Passwort einzugeben. Wenn das erfolgreich gelingt wird der Bildschirm des Pi freigegeben.

login_xrdp

Neben Remote Desktop findet man vielfach auch Beschreibungen für einen grafischen Fernzugriff via VNC (Virtual Network Computing). Wofür man sich entscheidet muss man wie immer im Leben abwägen. Einen Vergleich der beiden Protokolle findet man hinter diesem Link.

Screenshots unter Raspberry Pi

Screenshot unter Raspberry Pi erstellt man am einfachsten mit dem Werkzeug Scrot. Scrot ist ein Kommandozeilen Tool und kann Aufnahmen vom ganzen Bildschirm, einzelnen Windows oder Ausschnitte des Desktop in verschiedenen Bildformaten (png, jpg,…) machen.

Mit folgenden Befehl unter der Konsole wird Scrot installiert

scrot1

Der folgende Befehl macht dann einen Screeshot vom gesamten Bildschirm im png-Format und legt es standardmäßig im Verzeichnis /home/pi/ mit Datumsangabe im Dateinamen ab.

scrot2

Um den Pfad und den Dateinamen festzulegen kann man auch

sudo scrot /home/pi/myfilname.png

angeben.

Die Auslösung der Aufnahme kann auch verzögert werden mit dem Parameter –d (delay). Dahinter gibt man die Verzögerung in Sekunden als Ziffer an. Somit erfolgt in unserem Beispiel die Aufnahme nach 5 Sekunden.

scrot3

Weitere Informationen zu möglichen Einstellungen und Parametern erhält man durch Eingabe von

sudo scrot –h

oder unter diesen Link.

Raspberry Pi einrichten: Erste Schritte

Vor Kurzem hatten wir in diesem Blog einen kleinen Artikel über die Verkaufszahlen des Raspberry Pi veröffentlicht. Auch wir zählen mit mindestens zwei Geräten zu den 1,75 Millionen verkauften Geräten (Stand: Oktober 2013) und möchten an dieser Stelle die ersten Schritte zum Einrichten der Rasberry Pi erläutern.

Der Raspberry Pi

Die Hersteller des Raspberry Pi machten es wie andere Computerhersteller und benannten ihren Kleincomputer nach einer Frucht. In diesem Fall die Himbeere. Und in der Tat stimmen hier auch ungefähr die Größenverhältnisse zwischen Apfel und Himbeere. Der Raspberry Pi kommt nämlich als Einplatinen-Computer in Kreditkartengröße daher. Die nachfolgenden Bilder zeigen wie beeindruckend klein das Gerät ist.

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Das Pi im Namen des Gerätes steht übrigens nicht für die bekannte Kreiszahl, sondern soll Phyton Interpreter bedeuten, da der ursprüngliche Ansatz war den Computer mit einen Interpreter für die Programmiersprache Phyton auszuliefern.

Entwickelt wurde der Kleinstcomputer als Billigprodukt, welches zum Experimentieren anregen soll. Neben wirklich coolen Experimenten, wie Videoaufnahmen von einem 40km hoch fliegenden Wetterballon, finden sich im Internet viele Beschreibungen zu Standardanwendungen für den “Hausgebrauch”, wie z.B. als Home-Server-Ersatz, Media-Center, NAS oder sogar als Desktop-Rechner.

Technische Detail

Hier in den Bildern abgebildet ist das Mod. B Rev. 2.0 mit 512 MB RAM, 2 USB 2.0 Anschlüssen, 10/100 MBit Ethernet und HDMI Ausgang.

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Neben einen Audio und Video-Ausgang gibt es auch GPIO-Pins für frei verwendbare Ein- und Ausgänge. Damit kann sich der ambitionierte Bastler auch eine kleine Steuerung aufbauen.

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Die Stromversorgung des Mini-Computers mit 700MHz ARM-Prozessor erfolgt über ein 5V-Netzteil mit Micro-USB-Anschluss. Unterhalb der Platine erkennt man auch den Slot zum Einschieben der SD-Karte, von welcher aus auch das Betriebssystem gebootet wird.

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SD-Card vorbereiten und Betriebssystem installieren

rasberry9_sdcardDas Betriebssystem für den Rasberrry Pi wird auf einer SD-Karte installiert, welche 4GB oder mehr Speicherkapazität haben sollte. Bevor die SD-Karte genutzt werden kann, muss diese formatiert werden. Es wird empfohlen die spezielle Formatierungssoftware von der SD Association zu verwenden, da sonst abhängig vom Betriebssystem die SD-Karte nicht vollständig formatiert wird, sondern nur bestimmte Partitionen. Den Download der Formatierungssoftware gibt es für Windows und Mac. Nach dem man das Software-Tool installiert, kann man die SD-Karte in den Computer oder in das Kartenlesegerät einführen. Die Formatierung ist sehr simpel: Ggf. betreffende SD-Karte auswählen, falls noch nicht vorgewählt; Overwrite Format (dauert sehr lange) wählen und nach Wunsch noch einen Namen vergeben für die SD-Card.

rasberry8_sdformatter

Ist die SD-Karte nun fertig formatiert, kann das Betriebssystem auf der Karte installiert werden. In unserem Fall laden wir es uns von http://downloads.raspberrypi.org/noobs herunter und entpacken dann die zip-Datei auf unserem Rechner. Es gibt inzwischen viele Varianten und Flavors an Betriebssystemen für den Pi. Welches davon den Vorzug erhält sollte anhand dem vorgesehenen Anwendungsfall und dem persönlichen Geschmack recherchiert und entschieden werden.

Die entpackten Dateien kopieren wir dann auf die SD-Karte.

Bei der über diesen Link herunter geladenen NOOBS-Datei (New Out of Box Software) handelt es sich um eine Sammlung mehrerer Betriebssysteme, so dass man nach dem ersten Start auswählen kann, welches man installieren möchte.

Jetzt wird verkabelt

rasberry11_hdmi_to_dviZunächst werden wir für die Erstinstalltion den Pi direkt an Monitor, Tastatur und Maus anschließen. Dazu brauchen wir eine USB-Maus und USB-Tastatur. Hier muss man ggf. aufpassen, dass die beiden Geräte nicht zu viel Strom ziehen. Sollte das der Fall sein, empfiehlt sich ein USB-Hub mit separaten Netzteil dazwischen zu hängen. rasberry10_micro_usbDer Anschluss des Monitors kann über HDMI zu HDMI oder HDMI zu DVI erfolgen oder alternativ über den RCA Video-Ausgang. Für die Stromversorgung wird eine Netzteil mit Micro-USB Anschluss benötigt. Oftmals hat man solch ein Netzteil noch in der Schublade liegen von irgendwelchen Handy-Ladegeräten. Die Ausgangsspannung des Netzteil muss 5.0V sein und die maximal mögliche Stromstärke sollte mindestens 0,7A sein. Zusätzlich kann noch ein LAN Kabel angeschlossen werden, um ggf. im Anschluss der Installation erforderliche Downloads durchzuführen. Dies ist bei der Verwendung von NOOBS aber nicht zwingend notwendig.

Installation des Betriebssystem

Hat man nun zuletzt das Netzkabel angeschlossen, bootet der Pi in die Auswahlroutine von NOOBS. NOOBS ist hier so etwas wie ein Boot-Manager. Hier wählt man sich das gewünschte Betriebssystem aus und klickt auf Install. Nun kann man sich einen Kaffee kochen gehen, denn der Installationsvorgang braucht wieder eine Weile Zeit. Es ist auch möglich später ein anderes Betriebssystem zu installieren; auch parallel zum Vorhanden. Um in das entsprechende Menü zu gelangen muss man beim Boot-Vorgang die Shift-Taste gedrückt halten.

rasberry12_install1

Nach dem die Installation abgeschlossen ist und der Pi gebootet hat, wird man noch aufgefordert ein paar Einstellungen vorzunehmen. Ich habe hier das Passwort geändert und festgelegt, ob der PI in einer Desktop-Umgebung starten soll oder über Text-Konsole.

NOOBs macht es einem damit gegenüber anderen Anleitungen sehr einfach den Pi schnell an den Start zu bringen.

In einem Folgebeitrag zeige ich wie man per Fernzugriff auf den Raspberry Pi zugreifen kann.

Raspberry Pi Verkaufszahlen bekannt gegeben

Normalerweise interessieren mich Verkaufszahlen von irgendwelchen Produkten nur am Rande. Nun hat die Firma, welchen den Raspberry Pi herstellt und vertreibt, die Verkaufszahlen des gleichnamigen Kleinrechners bekannt gegeben. Insgesamt wurden mittlerweile 1,75 Millionen Geräte verkauft. Eine stolze Zahl. 

Kein Wunder, der preiswerte Mini-Rechner lässt sich vielfältig einsetzen, als Media-Center, Webserver, Subversion-Server, die eigene Dropbox und vieles mehr. Natürlich darf man vor etwas Bastelei mit Linux nicht zurückschrecken.

Ich besitze zwei Exemplare. Einen nutze ich als stromsparenden Mini-Server mit Owncloud und Seafile als Synchronisationslösung für Kontakte, Kalender und Dateien. Handy und Laptops synchronisieren sich mit dem kleinen Teil. Als Alternative zu Dropbox und Google. 

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