Virtuelle Maschine mit Hyper-V installieren

Um eine virtuelle Maschine mittels Hyper-V von Microsoft auf Windows 10 einrichten zu können muss zuerst der Hypervisor unter den Windows-Features aktiviert werden.

Anforderungen für Hyper-V

  • konzipiert für Computer x86-Prozessor mit 64bit-Architektur
  • Windows 10 als Pro-, Enterprise- oder Education-Version erforderlich (Windows 10 Home funktioniert nicht, hier ist ein Upgrade auf die Pro-Version erforderlich
  • Oder Windows-Server-Systeme ab Windows-Server 2008
  • mindestens 4GB-RAM; mehr ist besser

Hyper-V-Manager starten

Danach lässt sich der Hyper-V-Manager über das Startmenü aufrufen, indem man einfach Hyper-V... eingibt.

Screenshot vom Windows-Startmenü zum Aufruf des Hyper-V-Manager

Es öffnet sich nun die Programm-Oberfläche des Hyper-V-Manager. In der rechten Anzeige unter Aktionen bietet dieser nun mehrere Optionen zum Erstellen und Importieren einer virtuellen Maschine. Unter anderem gibt es eine Schnellerstellung. Dahinter verbirgt sich bereits eine vorselektierte Auswahl an möglichen Betriebssystemen, aus welchen man dann wählen kann. Die Einrichtung der Virtuellen Maschine bei der Schnellerstellung erfogt dann auch mit Standardeinstellungen.
Wir erstellen hier die Virtuelle Maschine mit der Linux-Distribution Ubuntu, welche zuvor als ISO-Datei heruntergeladen worden ist.

Dazu wähl man im Hyper-V-Manager unter Aktionen den Eintag Neu und wählt Virtueller Computer... aus.

Bei dieser Vorgehensweise kann man alle Einstellungen und Konfigurationen, wie z.B. Arbeitsspeicher, selbst im Vorfeld definieren.

Screenshot Hyper-V-Manager:

Hyper-V Assistent zum Erzeugen einer neuen virtuellen Maschine

Schritt 1: Vorbemerkungen

Es öffnet sich der Assistent zum Konfigurieren der virtuellen Maschine mit einigen Vorbemerkungen. Hier steht eigentlich nichts wichtiges drin und man kann für zukünftige Installationen auch gern die Checkbox setzen, dass die Vorbemerkungen nicht mehr angezeigt werden.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Vorbemerkungen

Schritt 2: Name und Speicherort festlegen für die virtuelle Maschine

Im zweiten Schritt des Assistenten vergibt man einen Namen für die virtuelle Maschine. Unter diesem Namen wird die virtuelle Maschine dann im Hyper-V-Manager verwaltet. Außerdem kann man den Speicherort der virtuellen Maschine festlegen. Dort werden dann die Dateien für die Virtuelle Maschine abgelegt. Es handelt sich dabei um die Dateien mit den Endungen .VMRS, .vmcx, vmgs. Dies kann aber variieren in Abhängigkeit der gewählten Generation für die virtuelle Maschine.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 2: Name und Pfad eingeben

Schritt 3: Virtuelle Maschine Generation 1 oder Generation 2

Die Generation für die Virtuelle Maschine wird im nächsten Schritt gewählt. Hier bietet Microsoft zwei Auswahlmöglichkeiten: Generation 1 und Generation 2. Die Generation 2 ist eine Weiterentwicklung mit diversen Leistungsverbesserungen wie:

  • schnelleres Booten,
  • Secure Boot durch Nutzung UEFI-basierter Firmware (schützt vor bösartigen Code, der in den UEFI-BIOS eingreift.)
  • Serverbetriebssysteme können als Hypervisor eingesetzt werden
  • es wird synthetische Hardware anstelle emulierter Hardware genutzt

Jedoch muss das für die VM vorgesehene Betriebssystem ein 64bit-Betriebssystem sein. Für 32bit-Systeme muss man auf jeden Fall die Generation 1 wählen.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 3: Generation eingeben

Es kann zu Fehlern beim ersten Bootvorgang, Start bzw. Installation kommen, wenn, wie in diesem Bespiel dargestellt, die Generation 2 für die virtuelle Maschine gewählt wird. Wie man diesen Fehler umgehen kann, wurde in diesem Artikel beschrieben.

Schritt 4: Arbeitsspeicher zuweisen

Im nächsten Schritt wird für die VM die Größe des RAM festgelegt. Man sollte hier auf jeden Fall einen größeren Wert wählen als das zu installierende Gastsystem in seinen Anforderungskatalog zu stehen hat. Man kann außerdem noch die Checkbox "Dynamischen Arbeitsspeicher für diesen virtuellen Computer verwenden" auswählen. Das klingt erstmal sinnvoll. Gemeint ist aber, dass der Arbeitsspeicher zwischen verschiedenen Virtuellen Maschinen als freie Ressource gehändelt wird und quasi dynamisch umverteilt werden kann. Dynamischer Arbeitsspeicher wird auch nicht von allen Server-Anwendungen, wie z.B. SQL-Server oder Exchange-Server unterstützt. Aus diesem Grund sollte man sich vorher informieren, welche Server diese eigentlich sinnvolle Funktion unterstützen, da es sonst zu Performance-Einbußen kommen kann. Hat man genügend physichen RAM zur Verfügung oder will man im privaten Umfeld sowieso nur ein Gastsystem gleichzeitig laufen haben, kann man die Option auch weglassen und den Arbeitsspeicher statisch festlegen.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 4: Speicher festlegen

Schritt 5: Netzwerk konfigurieren

Damit die verschiedenen Anwendungen des Gastsystems mit dem Netzwerk und/oder Internet kommunizieren können, ist das Einrichten einer virtuellen Netzwerkschnittstelle erforderlich. Dazu trifft man die Auswahl Standardswitch. Das ist ein im Hyper-V vorkonfigurierter virtueller Switch, der auch die Konnektivität über die reale physische Netzwerkkarte herstellt. Bei den "Virtuellen Switches" im Hyper-V soll es sich nicht um eine wirkliche Virtualisierung eines Switch handeln, sondern um reine Software des Host-Betriebssystems, die die Konnektivität herstellt.

Im Hyper-V kann man unter Aktionen auch den Manager für virtuelle Switches... aufrufen, um eigene virtuelle Switches anzulegen. Man kann dann auch Einschränkungen definieren, um zum Beispiel nur die Kommunikation zwischen Gastsystemen (intern) zu erlauben oder über VLAN-IDs die Kommunikation noch dedizierter steuern.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 5: Netzwerk konfigurieren

Schritt 6: Virtuelle Festplatte erstellen

Im Folgeschritt wird die Virtuelle Festplatte erstellt oder eine vorhandene virtuelle HDD eingebunden. Bei der Virtuellen Festplatte handelt es sich um eine .VHDX-Datei (früher .VHD-Datei). Die VHDX-Datei hat den Vorteil, dass sich die Größe automatisch anpasst, sollte der ursprünglich unter Größe gewählte Speicherbedarf zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ausreichen.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 6: Virtuelle Festplatte verbinden bzw. eine virtuelle Festplatte erstellen

Schritt 7: Auswahl der Installationsart

Bei den Installationsoptionen wählt man nun aus, wann und wie das Betriebssystem installiert werden soll. In dem Beispiel greifen wir auf eine ISO-Datei zurück.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 7: Installationsoptionen für das virtuelle Betriebssystem auswählen

Schritt 8: Zusammenfassung der Konfiguration

Der Abschlussschritt dient noch mal der Zusammenfassung und Überprüfung der vorgenommenen Einstellungen. Nach einen Klick auf "Fertig stellen" wird die VM erstellt. Mit dem Start der VM startet dann auch die Installation des Gastsystems innerhalb der VM mittels der ISO-Datei.

Screenshot Hyper-V-Manager Assistent zum Einrichten der Virtuellen Maschine: Schritt 8: Zusammenfassung der Konfiguration und Fertigstellen