Hebetechnik: Entlaste deinen Rücken mit Hebezeugen

Was ist Hebetechnik?

Aus der technischen Sicht versteht man unter Hebetechnik das lotrechte, also senkrechte, Bewegen von Lasten. Dies wird meistens mit Hebezeugen ausgeführt, welche nicht fest geführt werden. Darunter zählen Elektro Kettenzüge, Kräne, Winden und auch Gabelstapler. Zu den fest geführten Hebeanlagen werden u.a. Aufzüge gezählt.

Bei Lehrgängen zum Arbeitsschutz werden ebenfalls oft „Hebetechniken“ geschult. Diese nehmen aber den menschlichen Rücken ins Visier und lehren, wie man schwere Lasten und Kisten richtig vom Boden aufhebt.

Körperliche Leiden und Langzeitschäden

Wer mit durchgestreckten Beinen und gekrümmten Rücken versucht eine schwere Last aufzuheben, der tut seinem Rücken langfristig nichts Gutes. Aus diesem Grund soll man immer in die Hocke oder Halbhocke mit geraden Rücken gehen, um eine Last anzuheben. So wirken die notwendigen Kräfte nicht über den Rücken, sondern über die Bein- und Armmuskulatur. Auch sollen die Lasten nahe am Körper getragen werden, was ein jeder aber fast automatisch macht. Bei einer dauerhaft falschen Hebetechnik mit schweren Lasten drohen schwere körperliche Schäden vom kurzfristigen Hexenschuss bis hin zum Bandscheibenvorfall.

Arbeitsschutz

Dies verpflichtet gerade Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzgesetzes und der Betriebssicherheitsvorordnungen, das Risiko für solche gravierenden Schäden zu minimieren. Die Gesetze und Verordnungen halten jedoch keine bis wenig Grenzwerte parat, ab wann ein Hebezeug einzusetzen ist. Hinweise kann man der DIN 33411-5 („Körperkräfte des Menschen“) entnehmen sowie einschlägigen Empfehlungen der Unfallversicherer. Für besondere Personengruppen, wie Schwangere, ist vorgeschrieben, dass diese nicht dauerhaft mehr als 5kg und gelegentlich nicht mehr als 10kg hantieren dürfen (Mutterschutzgesetz §11). Ansonsten gelten als maximale Richtwerte 40kg bei Männern und 25kg bei Frauen. Bei schwereren Lasten aber möglichst auch schon darunter sollte von einem Arbeitgeber immer ein Hebezeug bereitgestellt, das Personal entsprechend unterwiesen und das Thema hinreichend in der Gefährdungsbeurteilung behandelt werden.

Elektro-Kettenzüge

Um das Arbeiten sicherer und auch produktiver zu machen gibt es in Sachen Hebezeuge viele Hilfsmittel. So kann ein Industrie- oder Handwerksunternehmen in seiner Werkstatt oder Fertigungsstätte Elektro-Kettenzüge einsetzen.

Produktbild eines Elektrokettenzugs
Kettenzug mit Hakenaufhängung

Solche elektrischen Kettenzüge haben natürlich den Vorteil gegenüber mechanischen Flaschenzügen, dass die mechanische Arbeit von einem Elektromotor verrichtet wird und somit auch eine Zeitersparnis mitbringen. Elektrokettenzüge gibt es auch mit verschiedenen Aufhängungen: Haken- oder Ösenaufhängung, je nachdem welche Voraussetzungen und Anforderungen vorhanden sind. Es gibt die Elektro-Kettenzüge auch mit Fahrwerken (Handfahrwerk oder Elektrofahrwerk). So können diese an einer Trägerschiene befestigt werden und dann auch horizontal durch die Werkshalle verfahren werden.

Die Aufhängung der Elektro-Kettenzüge erfolgt meistens an Kransystemen (Schwenkkran, Leichtportalkran, Laufkran) oder Hängebahnsystemen.

Betrieben werden diese Hebezeuge in den meisten Fällen mit 230V AC oder 400V AC. Also eine gewöhnliche Spannungsebene, die überall vorhanden ist.

Die Bedienung der Kettenzüge erfolgt über eine sogenannte Steuerflasche. Dies sind Hängetaster, welche alle notwendigen Bedienelemente inkl. einen Not-Aus-Taster beinhalten. Wenn darüber hinaus das Produkt ein CE-Kennzeichen inkl. Konformitätserklärung aufweist; und darauf sollte man zwingend achten; kann man davon ausgehen, dass es den geltenden EU-Bestimmungen und der Maschinenrichtline entspricht.

Fazit

Für schwere Hebe- und Transportarbeiten rechnet sich in letzter Konsequenz der Einsatz geeigneter Hilfsmittel. Mögliche Krankentage wegen Rückenkrankheiten sind reduzierbar.

Auch Unfallszenarien, wie das Fallenlassen und damit die Zerstörung von Produkten sowie die Verletzung beteiligter oder unbeteiligter Arbeitnehmer werden so vermieden.

Im beruflichen Umfeld ist der Arbeitgeber immer mit in der Verantwortung und Haftung.

Mit Elektrokettenzügen geht auch eine gesteigerte Produktivität einher, so dass sich diese Investition schnell auszahlen sollte.

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