Entscheidungshilfen für Weiterbildungen – So findet man die Richtige

Die richtige Weiterbildung finden – das ist für viele Menschen gar nicht so einfach: Es ist in etwa vergleichbar mit der Entscheidungsfindung um den Karrierepfad kurz nach der Schule, insbesondere, wenn man auch Umschulungen als Weiterbildungsmaßnahme ansieht: Denn dann stehen fast alle Karrieremöglichkeiten plötzlich wieder offen. Welche Maßnahmen helfen dabei, die richtige Weiterbildung zu finden?

Ziele analysieren und Weiterbildung dafür nutzen

Im Jahr 2019 haben fast 7,5 Millionen Menschen in Deutschland eine Weiterbildung absolviert – diese ist immer mit einem bestimmten Ziel, einem Grund, einem Antrieb verbunden. Oft ist das die Aussicht auf eine bessere Stelle oder ein direktes Beförderungsangebot, welches neue Qualifikationen voraussetzt. Aber auch Eigenmotivation aus persönlichem Interesse in einem bestimmten Fachgebiet sowie Neugier sind oft Antrieb genug. Wer nach einer Weiterbildung sucht, sollte sich immer genau fragen, was er damit erreichen will:

  • Dient die Weiterbildung dazu, bessere berufliche Perspektiven zu haben?
  • Soll mit der Weiterbildung das eigene Interesse nach neuem Wissen gefüttert werden?
  • Stecken hinter der Suche vielleicht ganz andere Ziele, z.B. größere finanzielle Freiheit durch einen besseren Job?
  • Viele suchen auch nach einer Weiterbildung, weil der bisherige Job nicht das bringt, was man sich erwünscht hat

Es gibt noch viele weitere Beispiele für Ziele, vor denen eine Weiterbildung stehen kann. Diese ausfindig zu machen ist der erste Schritt dahin, die richtige Weiterbildung zu finden. Für manche ist der Weg hier auch schon gleich zu Ende – andere sollten noch etwas weiter schauen:

Oft bestimmt das Ziel die Weiterbildung

Wer sich auf Grund persönlichen Interesses an einem Fachgebiet weiterbilden möchte, weiß bereits was er möchte und hat Motivation genug – hier ist die richtige Weiterbildung hinsichtlich des Inhalts bereits gefunden, es bleibt bloß noch die Frage nach der Art der Weiterbildung. Dasselbe gilt für alle, die z.B. im Rahmen einer Beförderung ein bestimmtes Zertifikat oder eine bestimmte Qualifikation benötigen – auch dann ist die Frage nach der richtigen Weiterbildung und wahrscheinlich auch nach deren Art bereits beantwortet. Dann heißt es: Auf zu Kursnet, dem Online Weiterbildungsverzeichnis der Arbeitsagentur, und sich den passenden Kurs heraussuchen!

Weiterbildungen auf die eigenen Fähigkeiten fokussieren

Wer jedoch noch viele Freiheiten in der Auswahl der Weiterbildung hat, der sollte sich nach der Zielanalyse damit beschäftigen, sich die eigenen Fähigkeiten, Interessensgebiete, Stärken und Schwächen aufzuschreiben. Dabei ist das Schreiben selbst besonders zu betonen: Der Schreibprozess verlängert unausweichlich die Denkzeit über die eigenen Stärken und Interessen – sodass einem am Ende nicht nur noch mehr einfällt als zu Beginn. Das hilft, sich der eigenen Hintergründe bewusst zu werden und verbessert die darauf basierende Auswahl der Weiterbildungen, die nun in einzelne Branchen oder bestimmte Fähigkeiten eingeschränkt werden kann – beispielsweise das Erlernen einer (gegebenenfalls ersten) Programmiersprache oder eine Schulung in einem SAP Modul.

Die verschiedenen Arten einer Weiterbildung

Für eine Weiterbildung kommen verschiedene Bildungsformen in Frage: Ein Studium zum Beispiel oder ein mehrwöchiger Kurs. Auch Tagesweiterbildungen oder beruflich begleitende Weiterbildungen mit viel Zeit für die Familie sind eine Möglichkeit. Darüber hinaus gibt es Präsenz- und Online-Weiterbildungen. Was ist die richtige Wahl?

Weiterbildungen können sowohl in-house als auch extern erfolgen. Das bedeutet, dass die Weiterbildungsmaßnahme entweder im Unternehmen oder beim Bildungsdienstleister erfolgt. Das geht je nach Bildungsmaßnahme sogar dann, wenn über das Unternehmen gar keine Verbindung besteht, aber der Bildungsdienstleister im Rahmen der Ausbildung mit diesem kooperiert. Üblich ist bei der in-house Weiterbildung jedoch die Schulung von Angestellten. Es gibt weiterhin Anpassungs- oder Aufstiegsweiterbildungen, Lehr- und Studiengänge, Seminare und vieles mehr. Das Ziel bestimmt hier teilweise schon die Form der Weiterbildung: Wer z.B. einen höheren Bildungsabschluss anstrebt, ist mit einem Studienabschluss gut beraten. Andere haben bereits Erfahrung in ihrem Bereich und streben ein höheres Fähigkeiten-Niveau an, bei dem ein Studium zu viele redundante Inhalte hätte. In einem solchen Fall sind gezielte Aufstiegsweiterbildungen ideal, z.B. für Projektmanager oder Teammitglieder, die noch kein Training in agilen Methoden absolviert haben. Oder für CAD-Programmierer, die noch keine Programmiersprache können und durch das Erlernen einer solchen die Applikationsschnittstelle des CAD Programms ansprechen können. Es gibt viele weitere Beispiele in diesem Bereich. Anpassungsfortbildungen sind dann ideal, wenn es z.B. darum geht, die Branche zu wechseln um mehr berufliche Sicherheit zu haben. Über Lehrgänge in dem neuen Bereich gelingt es viel schneller, sich damit vertraut zu machen.

Präsenz- oder Online-Weiterbildung?

Bei fast allen Formen der Weiterbildung ist sowohl die Online- als auch die Präsenzvariante möglich. Aber welche ist die geeignetere? Das liegt nicht nur an den persönlichen Vorlieben – es gibt auch praktische Gründe wie z.B. die höhere zeitliche Flexibilität einer Online-Weiterbildung, was gerade für Eltern oder beruflich sehr eingespannte Menschen ideal ist.

Die Online-Weiterbildung ist zudem ortsunabhängig, was die Auswahl der Bildungsdienstleister erhöht und die Flexibilität weiter verbessert. Hinzu kommt, dass eine Online-Weiterbildung in der Regel günstiger und auch zuverlässiger ist – es gibt bereits sogar kostenlose Weiterbildungskurse von Universitäten, beispielsweise von der Universität Helsinki.

Eine Präsenz-Weiterbildung hingegen hat den Vorteil des direkten Kontakts. Das verbessert den Zugang zum Wissen und ermöglicht ein Lernen im Dialog ohne jegliche Hürden. Außerdem ist eine Präsenz-Weiterbildung streng genommen auch ohne Internet möglich und spricht alle Sinne an. Die größten Vorteile sind hier in der Regel Gruppenarbeiten und Präsentationen, die Online nur sehr eingeschränkt möglich sind.

Einen Bildungsdienstleister auswählen – und finanzielle Unterstützung sichern

Wer sich für eine Weiterbildungsmaßnahme in Inhalt und Form entschieden bzw. ausreichend eingeschränkt hat, benötigt bloß noch einen Bildungsdienstleister und die nötige finanzielle Unterstützung. In diesem Sinne kommt für viele übrigens auch finanzielle Unterstützung für eine Weiterbildung in Frage. Hierfür gibt es viele Möglichkeiten, z.B. direkt über die Bundesagentur für Arbeit und den sogenannten AVGS bzw. dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, welcher die Kostenübernahme für die Bildungsdienstleister garantiert. Dieser Gutschein ist an einen bestimmten Rahmen gebunden, daher ist ein direkter Kontakt zur Bundesagentur für Arbeit anzuraten. Andere Möglichkeiten sind die Finanzierung über das Unternehmen, lokale Angebote oder auch die Finanzierung über die Familie, insbesondere die Eltern, die in der Regel stets ein Interesse am Bildungsfortschritt ihres Nachwuchses haben – ganz gleich des Alters.

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