Ethernet/LAN geht nicht (Verkabelung)

LAN-Kabel/PatchkabelWenn das Ethernet nicht funktioniert kann das ziemlich viele verschiedene Ursachen haben und es empfiehlt sich immer möglichst systematisch vorzugehen. Bevor man sich in den Netzwerkeinstellungen eingräbt und dort alles mögliche verstellt, sollte man zu immer erst überprüfen, ob die “Physik” richtig arbeitet. Ein kurzer Blick auf die Netzwerkkarte von hinten oder von hinten auf den Router kann schon mal ein Hinweis geben, wenn dort die Leuchtdioden (sofern vorhanden) nicht leuchten. Kann man Endgeräte, wie Router und Netzwerkkarten, relativ sicher ausschließen, lohnt es sich vielleicht das Problem in der Ethernet-Verkabelung zu suchen.

Probleme mit der LAN-/Ethernet-Verkabelung

Es gibt mehrere mögliche Symptome, wie sich ein Verkabelungsfehler beim Ethernet auswirken kann.

LAN/Ethernet geht/funktioniert nicht

Es kommt überhaupt keine Ehternet-Verbindung zustande. Um das Problem hier einzugrenzen, kann man mal die Patchkabel zwischen Netzwerkgerät und Netzwerkdose (RJ45) tauschen, um deren Defekt auszuschließen. Wenn es von der Länge und dem Verkabelungsweg möglich ist, kann man auch mal zu Testzwecken lose eine langes Patchkabel verlegen. Wird nun eine Ethernet-Verbindung aufgebaut, liegt es ziemlich sicher an der Installation der Ethernet-Verkabelung.

LAN/Ethernet arbeitet nur mit verminderter Geschwindigkeit/Bandbreite

Ein weitere Möglichkeit ist, dass die eigentlich verfügbare Brandbreite bzw. Übertragungsgeschwindigkeit nicht genutzt werden kann, obwohl Netzwerkkarte und Router dies unterstützen. So kann es sein, dass der Computer und Router zwar für 1GBit-Bandbreite ausgelegt sind, jedoch zwischen den Geräten nur 100MBit oder 10MBit ausgehandelt werden. Auch hier kann die Ursache in einer mangelhaften Verkabelung liegen, z.B. durch EMV-Störeinflüsse, weil die Schirmung nicht durchgängig gegeben ist oder ein leichter Schluss zwischen den Adern oder zwischen Adern und Schirmung. Auch losen Klemmstellen an Adern/Datenleitungen sind möglich. In diesen Fällen kann es sein, dass die Netzwerkgeräte das erkennen und dann nur 4 der 8 Adern für den Datentransfer benutzen, was verminderte Bandbreite bedeutet.

Sporadische Unterbrechung des LAN/Ethernet

Eine andere Symptomatik kann eine scheinbar wiederkehrende zufällige Unterbrechung der LAN-Verbindung sein. Ursache dafür kann eine lockere Klemmstelle sein oder ein zu hoher Übergangswiderstand an der Klemmstelle sein. Sollte die Unterbrechung mit dem Einschalten anderer Geräte, wie Herd, Licht oder Kühlschrank, einhergehen, hat man vermutlich ein EMV-Problem vorliegen. Auch wenn es zwischen den Datenleitungen und der Schirmung durch unsachgemäße Verkabelung einen Kontakt geben sollte, kann die Funktion des Ethernet gegeben sein. Treten jetzt aber EMV-Störungen auf, vor denen die Schirmung schützen soll, werden die elektromagnetischen Einkopplungen direkt auf die Datenleitung übertragen, was dann zur sporadischen Unterbrechung der LAN bzw. Ethernet-Verbindung führt.

Überprüfung der LAN-/Ethernet-Verkabelung

Bei solchen und ähnlichen Fehlern sollte man die Ethernet-Verkabelung überprüfen. Es empfiehlt sich auch direkt nach der Installation einer Ethernet-Verkabelung diese zu überprüfen, um Fehler in der Montage von vornherein auszuschließen. Dies macht man am besten mit einem RJ45 Netzwerk-Kabel-Tester. Diese sind auch relativ günstig für den privaten Bereich erhältlich. Ich habe mich für das Gerät

entschieden. Auch zu finden unter den allgemeinen Bezeichnungen Patchkabel-Tester, Leitungstester oder LAN network cable tester. Der Kostenpunkt liegt bei ca. 15 EUR. Mit diesem kann man auch RJ11-Verbindungen testen. Das Gerät selbst besteht aus zwei Teilen: einem Hauptgerät (Master) und einem Remote-Gerät. Das Hauptgerät benötigt zum Betrieb eine 9V-Block-Batterie, welche im Lieferumfang nicht dabei ist. Den Test selbst kann das Gerät in zwei Geschwindigkeiten durchführen.

LAN/Ethernet-Kabel-Tester

Dazu schließt man das Hauptgerät an einem Ende der LAN-/Ethernetverkabelung an und das Remote-Gerät an das andere Ende der Netzwerkdose unter zur Hilfename von Patchkabeln. Führt man den Test alleine durch ist es vorteilhaft, wenn man Haupt- und Nebengerät möglichst nebeneinander halten kann. Dazu braucht man entsprechend lange Patch-Kabel. Bei weiten Entfernungen, bei denen diese Vorgehensweise nicht möglich ist, sollte man den Test zu zweit durchführen und über eine Sprechverbindung (Handy, Funkgerät) verbunden sein.

Den Patchkabel-Test führt man nun durch indem man den Schalter am Hauptgerät auf On stellt (Schnelltest) oder auf S stellt (Slow- langsamer Test). Das Gerät testet nun jede einzelne Ader der LAN-/Ethernetverkabelung auf Durchgängikeit. Auch die Schirmung wird getestet, wenn diese durchgängig ist. Dazu wird vom Hauptgerät kurz eine Spannung auf jede Ader angelegt. Ist die Verbindung der Ader in Ordnung leuchtet eine entsprechende LED an Hauptgerät und Remote-Gerät gleichzeitig auf.

Dafür gibt es an beiden Geräten 8+1 LEDs. Die acht durchnummerierten LEDs zeigen die Durchgängigkeit der bis zu 8 Adern der Ethernet-Verkabelung an. Darüber hinaus gibt es noch eine LED, die mit G gekennzeichnet ist. G steht vermutlich für Ground und testet die Durchgängigkeit der Schirmung (S für Shielding wäre hier passender).

Ergebnisse des LAN Netzwerk-Kabeltester deuten

Wenn die jeweils zusammengehörenden LED am Haupt- und Remote-Gerät des Patchkabel-Tester gleichzeitig aufleuchten, dann ist die betreffende Ader in Ordnung (Durchgang).

Leuchtet die LED nur am Hauptgerät des LAN-Tester und nicht am Remote-Gerät, dann ist kein Durchgang gegeben. Hier kann z.B. ein Kabelbruch oder eine lose Klemmstelle vorliegen.

Leuchtet eine bestimmte LED am Hauptgerät, z.B. die 2, und am Remote-Kabeltester leuchtet eine andere LED, z.B. die 4, dann liegt ein Fehler in der Verdrahtung vor. In diesem Fall muss man sich noch mal die richtige Ethernet-Beschaltung anschauen und ggf. zum LSA-Anlegewerkzeug oder zur Crimp-Zange greifen.

Es kann auch vorkommen, dass die zugehörige LED am Remotegerät nur kurz, schwach aufblitz. Meist blitz dann auch eine andere LED am Remote-Gerät kurz und schwach auf. In diesem Fall kann man davon ausgehen, dass ein Schluss (Kurzschluss, Masseschluss) vorliegt. In meinem eigenen konkreten Fall blitzten beim Test der Ader 3 am Remote-Tester die LED 3 und LED G gleichzeitig kurz auf. Eine Untersuchung der Netzwerkdosen brachte eine defekte Isolierung an Ader 3 zum Vorschein, welche beim Zuschrauben der metallischen Abdeckung der Netzwerkdose, welche auch als Schirmung dient, einen Schluss mit der Schirmung produziert. Ein wenig Isolierband schaffte Abhilfe.

Fazit

Ein solches Gerät ist günstig und hilft den Fehler in der Ethernet/LAN-Verkabelung stark einzuschränken und dürfte für die meisten Fälle ausreichen. Man kann jedoch damit nicht den Fehler lokalisieren; sprich, an welcher Netzwerkdose oder wo auf dem Kabelweg der Fehler vorliegt.

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