Verdampfer sind heute längst keine homogene Produktgruppe mehr. Zwischen klassischen Nikotin-Liquids und cannabidiolhaltigen Läufern liegen technische Welten, die sich in Coil-Bauweise, Zugverhalten, Wattzahl und Materialbeständigkeit niederschlagen. Wer sein Gerät in der falschen Konfiguration benutzt, riskiert nicht nur einen völlig verkorksten Geschmack, sondern auch eine deutlich verkürzte Lebensdauer seiner Verschleißteile.
Trägerstoffe und deren Auswirkungen auf die Hardware
Nikotin-Liquids bestehen in der Regel aus einer Mischung von Propylenglykol (PG) und pflanzlichem Glycerin (VG), versehen mit Aromen, Wasser und Nikotin. Mischungsverhältnisse von 50/50 oder 30/70 zugunsten des VG sind gängig, je nach gewünschter Dampfentwicklung. Bei den CBD Liquids kommt dann noch ein CBD-Extrakt hinzu, der entweder in PG oder VG gelöst ist oder in einem Trägeröl, meist einem MCT-Öl. Reines MCT-Öl lässt sich allerdings nicht gut in klassischen E-Zigaretten verwenden, da es bei Verdampfungstemperaturen über etwa 230 Grad auf der Heizwendel Rückstände hinterlässt und Lipoidpneumonien begünstigt.
Folgerichtig sollte sich der CBD-Dampfer auf PG- oder VG-basierte Liquids beschränken und unbedingt Träöle meiden. Da allerdings die Viskosität einer VG-basierten CBD Flüssigkeit im Vergleich zu einem 50/50-Nikotin-Liquid höher ist, werden auch hier die Coilauswahl und der Coil-Widerstand entscheidend beeinflusst.
Coil-Widerstand, Wattzahl und Temperaturführung
Wie jeder Dampfer weiß, wird der Widerstand des Verdampferkopfes in Ohm gemessen. Die Nikotinsalz-Liquids, die in Pod-Systemen verwendet werden, arbeiten mit einem Widerstand von etwa 0,8 bis 1,4 Ohm und einer Wattzahl von 10 bis 25 Watt. Sub-Ohm-Dampfer laufen bei Widerständen unter 0,5 Ohm im Bereich von 40 bis mehr als 100 Watt und produzieren große Dampfmengen mit den klassischen Freebase-Liquids.
CBD reagiert empfindlicher auf hohe Temperaturen. Über 200°C wird Cannabidiol unbrauchbar, über 230°C entstehen unerwünschte Abbauprodukte. Ein moderates Setup mit 1,0 bis 1,8 Ohm und 10 bis 20 Watt ist empfehlenswert, Geräte mit Temperaturregelung (TC-Modus) sowie Wicklungen aus Nickel, Titan oder Edelstahl erlauben eine genauere Regelung als Wattmodus-Geräte mit Kanthal-Draht. Für die regelmäßige CBD-Nutzung sind MTL-Verdampfer (Mouth-to-Lung) besser geeignet als DTL-Systeme, da hier der engere Zug eine längere Kontaktzeit mit der Heizwendel und damit eine bessere Extraktion bewirkt.
Materialverträglichkeit und Pausen
Die im CBD-Extrakt enthaltenen Terpene und Restpflanzenstoffe wirken auf viele Kunststoffe ätzend. Tanks aus Polycarbonat oder Acrylnitril-Butadien-Styrol werden bei längerem Kontakt mit terpenhaltigen Flüssigkeiten spröde oder trüben sich ein. Idealerweise sollten als Tanks Pyrex-Glas oder auch polyetheretherketonhaltige Kunststoffe Verwendung finden, die auch chemisch sehr inert sind.

Die Haltbarkeit der Coils unterscheidet sich erheblich. Nikotinhaltige Liquids haben eine Haltbarkeit pro Coil je nach Nutzung von etwa zwei bis drei Wochen, während die Haltbarkeit bei CBD auf etwa sieben bis zehn Tage sinkt. Grund dafür sind die höhere Viskosität und die Karamellisierung von Pflanzenrückständen an der Wicklung. Ein regelmäßiges Trockenbrennen ohne Liquid ist bei CBD nicht sinnvoll, weil die Extraktion ja einmalig ist und der Coil dann schneller ausbrennt.
Rechtlicher Rahmen und Kennzeichnung
In Deutschland unterliegen nikotinhaltige Liquids dem Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) und der Tabakerzeugnisverordnung (TabakerzV). Wichtigste Vorgabe dabei ist eine maximale Nikotinkonzentration von 20 mg/ml, verpflichtende Kindersicherung, Bruchsicherheit der Verpackung und Änderungshinweise. CBD-haltige Liquids ohne Nikotin unterliegen diesen Vorgaben nicht unmittelbar, müssen jedoch den THC-Grenzwert von 0,3 Prozent einhalten und entsprechend ihrer Deklaration den Anforderungen der EU-Kosmetikverordnung oder der Novel-Food-Verordnung genügen.
Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das: Ein Blick in die Analysezertifikate eines unabhängigen Labors gehört zur Standardprüfung. Hier sind Angaben zum CBD-Gehalt, zum THC-Restwert, zu Schwermetallen und zu Pestizidrückständen zu finden. Wer nun sein Verdampfer-Setup auf CBD umstellt, muss diese Prüfschritte einplanen und die Hardware entsprechend anpassen, bevor der erste Zug ins Mundstück wandert.
