Review: Microsoft Surface Pro 7

Vor ein paar Monaten habe ich mir ein Surface Pro 7 gekauft. Hier möchte ein wenig auf meine Nutzung eingehen, was das Gerät gut kann und was nicht. Auf technische Details, Benchmarks bis ins letzte Detail werde ich verzichten. Dies gibt es bereits en Masse im Internet und hängt zudem vom Modell ab.

Kaufentscheidung und Überlegungen

Mein Hauptarbeitsgerät war bereits ein Notebook. Ein Dell 5490. Kein besonders großes Gerät, aber auch keines, welches ich täglich mit in den Rucksack packen möchte. Für diese Zwecke hatte ich bisher ein günstiges Netbook, ein Asus E200HA. Günstig, ein paar Jahre alt und inzwischen sehr langsam. Die Hauptanwendungszwecke waren Mails, etwas Internet und das Schreiben von Blogartikel. Für alles andere mangelte es an CPU-Leistung (Atom-CPU), RAM (2GB) und Festplattenspeicher (32 GB).

Für unterwegs sollte es etwas Kompaktes sein, dennoch leistungsfähig genug um auch eine Entwicklungsumgebung drauf laufen zu lassen. Genug Speicher um nicht bei jedem Programm hadern zu müssen, ob es noch Platz findet. Und richtig top wäre, wenn ich mein Android Tablett damit ebenfalls ersetzen könnte.

Mit diesen Anforderungen landet man schnell bei Geräten wie dem Microsoft Surface. Preislich nicht mit dem Netbook vergleichbar, aber dafür erhält man einen leistungsfähigen Windows-PC und Tablett.

Sofern man auch entsprechend Geld ausgibt. Meine erste Idee war ein Surface Go Gerät. Ein kurzer Test im Media Markt ergab jedoch, dass dieses mit knappen 10 Zoll doch eine Nummer zu klein war. Außerdem gab es dieses damals nur mit maximal 128 GB SSD, das ist heute schon arg knapp und ich wollte den Fehler vom Netbook nicht wiederholen.

Daher fiel mein Auge schnell auf das Surface Pro 7. Größer (12,3 Zoll), leistungsfähiger, aber auch ne Ecke teurer. Auf der anderen Seite: über den teuren Preis ärgert man sich nur einmal, über einen langsamen Rechner mit zu wenig Speicher bei jeder Benutzung.

Hardware und Zubehör

Meine Entscheidung fiel auf das Surface Pro 7 Gerät mit 16 GB RAM, 256 GB SSD und i5-Prozessor. Dies war preislich ein solider Mittelwert, wobei ich mir eine Variante mit 512 GB SSD gewünscht hätte. Hier hätte ich dann aber zum deutlich teureren i7-Modell greifen müssen. Im Gegensatz zum i5-Modell hat dieses keine passive Kühlung mehr, sondern einen Lüfter. Auf diese zusätzliche Mechanik wollte sich verzichten.

Der Preis lag bei knapp 1200 Euro, wobei hier noch die Tastatur in Form des Type-Covers hinzukommen und der Stift hinzukamen. Somit lag der Preis dann etwa bei 1400 Euro. Den Stift braucht man sicher nicht unbedingt, aber ohne Tastatur als reines Tablett macht das Gerät keinen Sinn.

Das Gerät ist schnell in Betrieb genommen. Unschön ist, dass Microsoft auf einem Pro-Gerät nur die Home-Version von Windows 10 installiert. Bei dem Preis hätte ich die Pro-Version erwartet, welche sich kostenpflichtig nachrüsten lässt. Bei der ersten Einrichtung kann man auch gleich Microsoft Hello einrichten. Statt Passwort wird das Gesicht gescannt. Dies erleichtert die Handhabung enorm.

An der Hardware selbst gibt es wenig zu bemängeln. Alles ist wertig und gut verarbeitet. Der aufklappbare Stand lässt sich in jeder Position einstellen. Tastatur und Stift werden magnetisch befestigt und schnappen sicher und stabil an ihre Position. Gleiches gilt auch für den Ladeadapter, welcher ebenfalls magnetisch am Gerät hält. Kleines Extra, das Ladegerät hat einen USB-Port an welchem ein zusätzliches Gerät geladen werden kann. Der Akku lädt schnell, ist aber fest verbaut. Das ist auch größte Kritikpunkt an der Hardware. Man kommt nicht an die Hardware heran. Klar so ein kompaktes Gerät lässt sich nicht erweitern, aber zumindest der Akku sollte sich wechseln lassen.

Das Display hat eine sehr hohe Auflösung von 2736 x 1824 Pixel.

Auf der Rückseite gibt es eine weitere Kamera, welche ich z.B. für das “Scannen” von Dokumenten verwende. Zum Anschluss von Peripherie gibt es einen USB-C und einen normalen USB-Port. Über den USB-Port kann z.B. ein weiterer Monitor angeschlossen werden. Auch ein Laden des Gerätes ist über USB-C möglich. Ansonsten gibt es noch einen Klinkenanschluss für Kopfhörer und Headsets.

Die verbaute Webcam auf der Vorderseite liefert gute Ergebnisse, hat aber einen interessanten Weichzeichner und Beauty Effekt. Ton kommt aus zwei Lautsprechern, welche sehr gute Ergebnisse liefern. Auch die eingebauten Mikrofone liefern sehr gute Aufnahmen und eignen sich damit für Videokonferenzen und sogar zur Aufzeichnung von Screencasts.

Nutzung in der Praxis

Das Gerät ist leicht, dünn und damit ideal für ein Unterwegs-Gerät. Ich habe es meist im Rucksack dabei und bin damit quasi überall arbeitsbereit.

In der Praxis stellt sich ein wenig ein rohes Ei Gefühl ein. Das Ding war teuer, daher gehe ich damit deutlich sorgfältiger um als mit meinem Netbook oder Android Tablett. Kratzer habe ich noch keine reinbekommen, weder auf der Rückseite, noch auf dem Display. Das Typecover schützt das Gerät zwar, aber nur auf einer Seite. Es gibt zwar Zubehör wie Hüllen oder Displayschutzfolien, aber irgendwie sagen mir beide Dinge in der Praxis nicht zu und sehen auch nicht schick aus. Durch den flexiblen Standfuß ist es auch nicht so leicht hier ein passendes Case zu finden. Letzteres macht das sonst schlanke Gerät auch deutlich dicker. Von daher beschränke ich mich auf eine Tasche für den Rucksack.

Nutzung als Laptop

Die meiste Zeit verwende ich das Gerät als Notebook. Aufklappen, Standfuß einstellen und losgeht es. Die Akkulaufzeit ist in Ordnung, auch wenn ich das Gefühl habe, dass der Akku durchaus länger halten könnte. Dank der 256 GB SSD kann ich alles an Programmen nutzen, wie auch auf meinem Hauptgerät. Lediglich auf virtuelle Maschinen verzichte ich.

Alles läuft, alles läuft schnell, zumindest solange die CPU-Kühlung mitmacht. Beansprucht man das Gerät, wird es schnell warm und dann etwas langsamer, weil die CPU etwas runtertakten muss. Dies betrifft aber nur die Aufgaben, welche auch mein normales Laptop an die Grenzen bringen, wie etwas bei der Programmierung mit Visual Studio. Die normalen Aufgaben, Office, Mail, Internet, Artikel und Bildbearbeitung laufen ohne Probleme. Auch meine Youtube Videos lasse ich auf meinem normalen Laptop rendern.

Mit dem flexiblen Stand lässt sich das Surface Pro gut auf einem Tisch nutzen. Im Gegensatz zu einem normalen Laptop ist die Tastatur niedriger und damit angenehmer zu nutzen. Auf dem Schoß lässt sich das Gerät auch nutzen, hier ist ein normaler Laptop aber etwas praktischer.

Auf dem Type-Cover lässt sich gut tippen, die Tasten sind groß und weitestgehend an den Standardpositionen. Es gibt zudem eine Tastaturbeleuchtung für das Arbeiten in dunklen Umgebungen. Auch das Touchpad funktioniert sehr gut und lässt sich flüssig bedienen. Ich verzichte daher meist auf eine externe Maus. Etwas größer könnte das Touchpad aber sein.

Die hohe Auflösung erlaubt einen Wechsel zwischen verschiedenen Skalierungen in Windows, sodass ich je nach Situation mehr Platz oder eine größere Anzeigeneinstellen kann.

Nutzung als Tablett

Klappt man die Tastatur nach hinten oder zieht diese ab, wird aus dem Surface ein Tablett. Die Steuerung funktioniert mit Touch. Hier merkt man allerdings schnell, dass Programme und auch Windows selten darauf ausgelegt sind. Es gibt zwar einen “Tablett-Modus” aber an den Komfort von IOS oder Android Geräten kommt der Modus nicht heran. Zum Surfen in Firefox oder Edge reicht es.

Ansonsten nutze ich den Tablett-Modus eher zum Anschauen von Videos. Mehr mache ich mit meinem Android Tablett auch nicht, von daher passt es für mich.

Der Stift

Ein Highlight ist der Stift. Preislich mit knapp 80 Euro nicht gerade günstig, dient er zum Schreiben und Zeichnen auf dem Tablett. Er ist drucksensitiv. Es ist kein Schreiben wie auf Papier, aber es ist ein angenehmes Schreiben. Ich nutze die Funktion ab und zu für Notizen in OneNote. Eine kleine Skizze oder Zeichnung ist schnell eingefügt. Brauchen tue ich die Funktion nur selten, aber für mein Studium hätte ich mir so ein Gerät gewünscht.

Fazit

Konkret gibt es von meiner Seite nur einen Kritikpunkt: der fest verbaute Akku. Alles andere am Surface Pro gefällt mir. Das ganze Konzept Tablett, Notebook und digitalen Notizblock in einem Gerät zu vereinen gefällt mir. Es ersetzt diese Geräte sehr gut. Mit dem Type-Cover habe ich einen vollwertigen Laptop. Ohne Tastatur habe ich ein Tablett mit welchem ich die typischen Tablett-Aufgaben wahrnehmen kann, d.h. surfen im Internet oder Video schauen. Video schauen klappt mit dem Stand auch ohne halten des Geräts. So lässt es sich auch einfach auf dem Tisch aufstellen und somit als mobiler Fernseher verwenden.

Für alle Aufgaben reicht die Rechenleistung aus. Die Akkulaufzeit könnte gefühlt etwas besser sein, aber ich komme damit gute 5-7 Stunden weit. Je nach Aufgabe.

Bleibt lediglich der Preis, je nach Ausstattungsvariante klettert der Preis schnell in Höhe und das Zubehör ist auch nicht billig. Zumindest das Type-Cover ist ein Pflichtkauf. Auf den Stift kann man je nach Anwendungsfall verzichten.

Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem neuen täglichen Begleiter.

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