Es ist soweit, Netzsperren direkt vom Provider – wie umgehe ich DNS-Sperren?

“Diese Webseite ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht verfügbar”. Diese Meldung könnte uns in Zukunft noch öfter begegnen.

Konkret betrifft es die Seite “s.to”, eine Webseite durch die ich erst durch die Sperre mit entsprechender Berichterstattung aufmerksam geworden bin.

Ruft man die Webseite mit der Telekom (und vermutlich einer Reihe anderer Provider auf), erscheint nur diese Meldung:

Dahinter steckt eine Organisation, die sich CUII nennt. Dies ist eine Clearingstelle, welche angeblich unabhängig und objektiv Urherberrechtsverletzungen prüft und eine Sperrliste erstellt, welche Provider dann umsetzen kann.

Bisher hat diese Liste genau einen Eintrag: s.to. Genau genommen dürfte das gute Werbung für den Dienst sein, ich kannte den Dienst vorher nicht, jetzt wird breit darüber berichtet. Streisand lässt grüßen.

Die Sache ist reichlich sinnlos, dann bereits in der Berichterstattung wird die neue Domain genannt, unter welcher der Dienst nun erreichbar ist. Eine neue Domain ist schneller registriert als das Gremium ein neues PDF-Dokument mit den Gründen der Sperrung erstellen kann.

Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack, auch ohne das ich Interesse an der Nutzung des Dienstes habe, greift hier der Provider in meinen Internetzugang ein und sei es nur um über das illegale Portal zu berichten.

Alternativen DNS-Server in die Fritzbox eintragen

DNS-Sperren sind ohnehin ein sehr ungeeignetes Mittel um solche Inhalte zu sperren. Es gibt jede Menge freie DNS-Server, welche sich alternativ nutzen lassen. Oder man nutzt einfach ein VPN.

Alter alternativer DNS-Server bietet sich Quad9 an. Datenschutz steht hier an erster Stelle und die IP des Servers (9.9.9.9) kann man sich auch leicht merken.

In der Fritzbox finden wir die DNS-Einstellungen unter “Zugangsdaten” – “DNS-Server”. Hier können wir nun Quad9 hinterlegen.

Fertig!

DNS-Cache leeren

Die Änderungen sind sofort gültig, aber es kann sein, dass die Sperre weiterhin gültig ist, da die DNS-Einträge zwischengespeichert werden. In Windows können wir den DNS-Cache leeren, indem wir auf der Eingabeaufforderung folgenden Befehl eingeben:

ipconfig /flushdns

Google Chrome

Google Chrome verhält sich hier etwas anders. Hier ruft man folgende URL auf:

chrome://net-internals/#dns

… und klickt den Button “Clear host cache”.

Anschließend rufen wir folgende URL auf:

 chrome://net-internals/#sockets

… und betätigen ebenfalls alle Buttons.

Fazit

Auch ohne solche Webseiten zu nutzen ist es ein fader Beigeschmack, dass der Provider entscheidet, was man zu sehen bekommt und was nicht. Der Eintrag der Filmseite ist nur ein erster Schritt und dürfte weitere Begehrlichkeiten wecken, sei es vonseiten der Provider oder der Politik. Die Sperre mittels DNS ist zudem leicht zu umgehen und damit wirkungslos, da die Anbieter auch schnell über neue Domains erreichbar sind, Berichterstattung inklusive.

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