Ein privates Großprojekt: Handy- und Tarifauswahl

Das Paradox des Fortschritts ereilt einen oft, wenn es wieder mal darum geht eine Entscheidung zu treffen…und zwar eine fundierte Entscheidung, von der man sich einbildet das Optimum gefunden zu haben. Einerseits machen der Fortschritt und die Technik einem das Leben in vielen Dingen einfacher und bequemer. Andererseits sieht man sich in seiner natürlichen Beschränktheit einer Fülle von wichtigen und unwichtigen Informationen gegenüber und dazu noch einer riesigen Auswahl. Das darin zu findende Optimum ist allzu oft dann aber nur ein lokales Optimum und ganz sicher ist es nur ein temporäres. Aber was soll die Sinniererei über die neuen Leiden des Homo sapiens? Die Entscheidung ein neues Smartphone zu erwerben mit dem passenden Tarif gleicht dem "Lost in the jungle". Läuft man einfach gedankenlos los und greift zum erst besten Phone und Tarif bleibt eine bittere Ungewissheit, dass die Gebühren am Konto, wie genossene toxische Pflanzen des Dschungels an der Gesundheit zehren. Also hat man den Antrieb und Ehrgeiz die nagende Ungewissheit mit fundierten Entscheidungen, Abwägungen, Pro und Kontras zu minimieren. Und schon ist wieder ein kleines Privatprojekt entstanden in welchem, ob schriftlich oder nur gedanklich festgehalten, wie bei den großen Unternehmen erst einmal eine Vorstudie gemacht wird, welcher sich die Anforderungsspezifikation anschließt gefolgt von der Anfrage am Markt 😉

Vorstudie

Die Vorstudie läuft dann meist so ab, dass man ziellos im Internet surft, sich hier und da umschaut, was es dann zurzeit auf dem Mobilen Markt gibt. Was ist aktuell an Smartphones? Was können die Dinger so? Wo liegt der Investitionsrahmen? Man spricht mit Freunden und Bekannten über deren Erfahrungen mit Telko-Anbietern, über deren Unzufriedenheit mit dem Netzausbau oder wie gut sich das neue iPhone6 in der Hosentasche dem Körper anschmiegt. Hier kann man schnell ein bisschen Knowledge aufbauen, wenn man mit dem Abkürzungswahnsinn konfrontiert wird, wie GPRS, App, UMTS, T9, LTE, HTC, NFC, USB und UVP. Aber wer hat dazu schon immer die Muße, wenn man nur Telefonieren möchte?

Anforderungsspezifikation

Nachdem man nun einen groben Überblick hat und ungefähr weiß wo das obere und untere Preisende ist, müssen sich nun die eigenen Anforderungen herauskristallisieren im Einklang mit dem eigenen finanziellen Budget. Was will ich? Was brauch ich jetzt? Was brauch ich ggf. in naher Zukunft? Was soll das Kosten? Was soll es können? Diese Fragen gilt es immer wieder gegeneinander abzuwägen und zu gewichten. Am Ende steht vielleicht auf der Liste:

  • Budget Anschaffung = mein Sparschwein = 100 EUR
  • monatlich abdrücken 30 EUR möglich
  • Mobiles Internet mit Flat und Apps sind ein Muss
  • NFC? Was ist das? Brauch ich nicht!
  • Hohe Auflösung beim Display? Wäre nett aber kein Muss.
  • Gute Kamera? Nett, aber meine alte Kompaktkamera tut es auch.
  • Touch muss sein
  • Betriebssystem Android
  • usw.

Die Anfrage

Wer sich in dieser Form im Klaren darüber wird was er braucht, will und kann ist bereit für den nächsten Schritt. Und das Dickicht im Dschungel lichtet sich, da die Auswahl nun nur noch auf einen Bruchteil eingeschränkt ist. Jetzt kann man bei seiner Auswahl noch ein wenig variieren. Hat man ein konkretes Modell im Hinterkopf kann man schauen, bei welchem Anbieter man den besten Tarif bekommt. Hat man sich schon auf einen Mobilfunkanbieter festgenagelt, kann man dort das optimale Smartphone gegen den optimalen Tarif abwägen.

Fazit

Es kann sich lohnen ein paar gesunde Gedanken bei vertretbarem Zeitaufwand zu machen über das was man will und eigentlich braucht. Denn so können ggf. ein paar Euro übrig bleiben für die Dinge die man wirklich im Leben braucht. Nur sollte man auch nicht in den Optimierungswahn verfallen, wo man vor lauter Input überhaupt nicht mehr fähig ist eine Entscheidung zu fällen und nachts vom kratzfesten Gorilla Glass, QuadCore und AMOLED träumt.

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