Raus aus der Microsoft Cloud?

Gefahren der Cloud-Nutzung bei Microsoft?

Vor ein paar Jahren bin ich auf Microsoft OneDrive umgestiegen und habe alle meine Dateien dort hochgeladen. Arbeitsdaten für die Firma, Video-Archiv für Youtube, private Daten, Fotos und so weiter.

Vorher hatte ich einen eigenen Server daheim, mit NAS, Seafile für Dateisynchronisierung. Mit dem Umstieg habe ich mir den Aufwand eines eigenen Servers gespart. Ein eigener Server braucht neben Hardware auch immer etwas Pflegeaufwand bei Updates, Firewalleinstellungen, Portfreigaben und hier und da gibt es auch mal das ein oder andere technische Problem.

Mit OneDrive gibt es diese Sorgen nicht. Die Dateien werden synchronisiert, stehen automatisch auf meinen Laptops zur Verfügung, ich habe Zugriff mit dem Smartphone. Mal eben am Bierabend ein Foto vom Oktoberfest 2007 zeigen, kein Problem. Dank Office im Netz kann ich auch von einem anderen Rechner die Excel oder Worddatei bearbeiten, dazu kommen nette Funktionen wie dem Teilen von Dateien und Ordnern. Die Liste ließe sich noch erweitern. Der Verlockung der Cloud ist süß und der Preis liegt, mit Sonderangeboten, bei um die 60 – 80 Euro für 6 Nutzer, inklusive Office und jeweils einem TB-Speicherplatz.

Soweit alles gut, aber!

Kontosperrungen und automatische Inhaltskontrollen

Regelmäßig wurde mir mulmig, wenn ich las, dass Microsoft hier und da Konten sperrt und damit den Zugriff auf die eigenen Daten und gekaufte Inhalte unterbindet. So scannt Microsoft die Dateien nach automatisch nach Kinderpornografie. Eine KI, welche wohl auch bei Strandfotos von Kindern zuschlägt, das Konto sperrt und im Extremfall auch gleich eine Anzeige bei den lokalen Ermittlungsbehörden mit sich bringt.

Am Ende ist auch nicht klar, ob dies die einzigen Dinge sind, nach denen geschaut wird. Gut möglich, dass auch nach Urheberrechtsverletzungen geschaut wird, wenn die MP3-Sammlung mit abgelegt wird oder das Backup der gekauften Software.

Auch die Politik hat immer neue Begehrlichkeiten, wie man Diskussionen zur automatischen Chatkontrolle sieht. Am Ende sieht man sich der Willkür des Anbieters ausgesetzt, selbst wenn es nur ein Fehler der Überprüfungssoftware oder eine abgelaufene Kreditkarte ist.

Kein vernünftiger Prozess zum Entsperren

All diese Dinge wären noch nicht das große Problem. Allerdings gibt es derzeit für gesperrte Kunden kaum eine Möglichkeit, den Account wieder zu entsperren. Normal würde ich eine manuelle Überprüfung durch einen Mitarbeiter erwarten, welcher den Account bei Fehlalarmen wieder freigibt. In der Praxis leistet sich Microsoft den Luxus von Mitarbeitern nicht und der Account bleibt dicht. Sofern man nicht die großen Geschütze und Anwälte auffährt, keine Chance.

Vorsorge

Ich will die Cloud nicht per se schlechtreden, aber zumindest sollte sich jeder vorbereiten. In meinem Fall habe ich zumindest auf einem Computer den OneDrive-Client so konfiguriert, dass alle Dateien heruntergeladen werden. Die Standardeinstellung spart Speicherplatz, lädt die Dateien aber nur bei Bedarf herunter. Wird der Account gesperrt, hat man keinen Zugriff mehr. Parallel sichere ich die Dateien noch auf einer USB-Platte, sicher ist sicher.

Zukunft

Mein Plan für die Zukunft ist, wieder einen lokalen Server einzurichten. Parallel zu OneDrive. Idealerweise das Beste aus beiden Welten nutzen und für den Fall der Fälle einer Kontensperrung vorbereitet zu sein.

Bei der Hardware bin ich gerade an der Auswahl und werde dann hier wieder berichten.

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