1&1 beendet analogen Modemzugang

Sehr bitter:Teltarif berichtet vom Ende einer Ära. Einer Ära dessen Ende ich bereits in der Vergangenheit vermutet hätte. 1&1 kündigt Kunden, welche den Zugang noch mit Modem oder ISDN-Karte bestreiten. Modem, ISDN? Internetpioniere werden sich erinnern: damit ging man in den 90ern und zur Jahrtausendwende ins Internet. Internet war nicht immer verfügbar und in jeder Hosentasche dank Smartphone. Man musste sich einwählen, mit einem extra Gerät, dem Modem.

Beim einwählen gab es tolle Geräusche, die heute nur noch aus Faxgeräten erklingen. Moderne Leute hatten ISDN, da gab es keine lustigen Geräuche und die Geschwindigkeit war auch etwas schneller.

Nach der Einwahl konnte man sich mit 32kbit bis 64kbit pro Sekunde im Internet bewegen. Das ist die Geschwindigkeit die das Smartphone hat, wenn man das Volumen aufgebraucht hat und gedrosselt unterwegs ist. Natürlich nicht zu lange, das Telefon war für die Zeit besetzt. Und damals nutze man das Telefon noch zum telefonieren. Die Gebühren hatten es in sich. Man zahlte irgendwas zwischen 5 bis 15 Euro, pro Stunde, je nach Tageszeit. Abends und Nachts war es billiger.

Das es solche Zugänge noch gab oder gibt überrascht mich etwas. Die Geschwindigkeit ist mit jedem Mobiltelefon mit Edge-Zugang schneller und je nach Nutzung auch billiger.
Die Ladezeit bei normalen Webseiten durfte im Minutenbereich liegen. Wie auch immer: 1&1 stellt den Dienst jetzt ein und kündigt den letzten Nutzern. Wieviele Kunden wohl ernsthaft betroffen sein werden?

Immerhin gibt es noch andere Anbieter. Da hole ich doch gleich mal mein Modem vom Dachboden und schließe es an die serielle Schnittstelle an. Hmm, hat man Laptop gar nicht mehr.

Ein Kommentar

  1. Meines Wissens nutzt 1&1 vielfach das Netz der Telekom. Da ist es nur logisch, dass die jetzt anfangen analoge Anschlüsse und ISDN zu kündigen, denn auch die Telekom stellt bis 2018 alle analogen und ISDN-Anschlüsse auf IP-Anschlüsse um und dürfte damit den ein oder anderen überraschen: http://isdn-abschaltung.org/

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