Review: Lenovo Tab 4 – 8 – günstiges Android-Tablet

Vor gut zwei Jahren habe ich mich von meinem iPad getrennt. Statt dessen tat ein Netbook seinen Dienst als Ersatz. Nun bin ich doch wieder schwach geworden und habe mir vor dem letzten Urlaub erneut ein Tablet gekauft. Auch wenn ein Netbook sehr flexibel ist, ist ein Tablet für viele Dinge ungeheuer praktisch. Internet und Bücher lesen, Videos auf dem Sofa anschauen zum Beispiel.

Diesmal ist es kein Apple Gerät mehr geworden, sondern ein Android. Ich wollte ein System, welches ein Stück offener ist. Besonders was den Umgang mit Dateien angeht ist Android sehr viel liberaler als IOS. Ich lade gerne längere Videos von Youtube herunter um diese unterwegs oder auf dem Sofa anzuschauen. Mit IOS muss man solche Dinge mühsam über Itunes in die entsprechende App hinein synchronisieren. Das Android-Gerät wird einfach über USB mit dem Computer verbunden und die Dateien werden wie auf einen USB-Stick kopiert und stehen dann jeder Android-App zur Verfügung.

Und billiger ist so ein Android Tablet dazu auch noch. Zuerst steht aber die Kaufentscheidung an. Der Android-Markt ist groß, es gibt viel Auswahl in Form, Farben, Hersteller. Am Ende habe ich mich für ein Tablet von Lenovo, ein Lenovo Tab 4 8, entschieden. Ich nutze bereits seit vielen Jahren Lenovo Thinkpads und hoffe, dass die gute Qualität sich auch bei den Tablets fortsetzt.

Die Hardware

Das Lenovo Tablet gibt es in verschiedenen Größen. Ich bin zwischen dem 7 Zoll und 8 Zoll Modell geschwankt. Am Ende wurden es 8 Zoll. Ich finde 8 Zoll eine gute Größe, es ist nicht zu klein und auch nicht zu groß. Ich hatte vorher ein iPad Mini und fand auch dieses als perfekte Größe für die Zwecke. Ein 10 Zoll Modell gibt es auch, finde ich zum surfen, lesen und unterwegs Video schauen einen Tick zu groß, aber das ist Geschmackssache.

Das Modell ist nicht ganz auf der Höhe der Technik, kostet aber mit knapp 150 Euro erfreulich wenig. Die Hardware selbst ist super verarbeitet. Alles wirkt wertig und fest. Kein Wackeln, kein Knarzen. Das Display ist ein IPS-Display, damit sehr blickwinkelstabil. Die Auflösung von 1280×800 Pixeln ist für die Größe ok. Bei vielen preiswerten Tablets ist die Auflösung geringer, teilweise nur 1024×600 Pixel, was dann eindeutig zu wenig ist.
Man sieht keine Pixel und beim Lesen und Surfen wird es nicht pixelig. Die Helligkeit lässt sich gut regeln und auch am hellen Strand in Griechenland konnte ich meine E-Books gut lesen. Vorzugsweise aber im Schatten. Oben und unten lässt das Tablett viel Platz, hier hätten gut und gerne noch Hardwaretasten oder Touchfunktionen hingepasst.

2 GB RAM stehen wir Apps zur Verfügung. 16 GB interner Speicher stehen für Apps zur Verfügung. Nicht gerade üppig, aber ausreichend. Die großen Dinge wie Podcasts, Videos und Dokumente lagere ich auf der SD-Karte. Eine Micro-SD-Karte lässt sich seitlich in das Gerät einschieben. Bei dem Prozessor handelt es sich um einen Qualcomm Snapdragon Prozessor mit 4 Kernen und 1,4 Ghz. Die Geschwindigkeit ist für normale Apps, Videos, E-Books und kleine Spiele ausreichend. Der Browser ruckelt nur selten und Programme starten schnell. Bei 3D-Spielen kommt das Gerät aber schnell an seine Grenzen. Wer 3D Spiele zocken will, für den ist das Gerät nix.

Zwei Lautsprecher auf der Vorderseite werben mit Dolby Sound. Der Sound ist ganz OK, aber trotz Dolby sind hier keine Wunder zu erwarten. Ich verwende das Tablet ab und an mal als Radio, dafür ist der Sound OK, kann aber nicht mit den üblichen Bluetooth-Boxen mithalten. In der Regel nutze ich das Tablet mit Kopfhörern, wenn es Sound abzuspielen gibt.

Vorne und hinten gibt es jeweils eine Kamera. Die Front-Kamera kann man für Skype nutzen. Die Qualität entspricht einer preiswerten Webcam. Die Rückkamera kann für Fotos und Videos verwendet werden. Die Qualität reicht nicht an die von Smartphones heran. Bei Sonne und Tageslicht ist die Qualität besser, als bei dunkleren Umgebungen oder Bewölkung. Beispielbilder gibt es weiter unten. Für Schnappschüsse oder für das “Einscannen” von Dokumenten reicht es jedoch. Einen LED-Blitz gibt es nicht.

Über den Micro-USB-Anschluss wird das Tablet geladen. Netzteil und Kabel liegen bei. Das Laden dauert einige Stunden. Die Akkuladung hält dafür, je nach Nutzung, durchaus mehrere Tage. Der Akku ist nicht wechselbar, wobei die Rückseite den Eindruck erweckt, dass man diese irgendwie aufbekommen würde. Ob man einen Ersatzakku bekommt ist die andere Frage.

Das Tablet liegt leicht in der Hand. E-Books lassen sich bequem lesen, ohne dass es zu schwer wird.

Die Software

Android ist in Version 7.1 installiert. Damit ist das System nicht mehr ganz taufrisch. Nach der Inbetriebnahme, gab es ein Systemupdate mit Sicherheitsupdates, so dass zumindest die Hoffnung besteht, dass das System hier eine Weile mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Ein Update auf Android 8 würde ich in der Preiskategorie nicht erwarten.

Android hat mich positiv überrascht. Als iPhone- und iPad-Nutzer stammen meine letzten Android-Erfahrungen von vor 8 Jahren und Android 2.3. Android hat sich weiterentwickelt begeistert mich.

Das System hat etwas Bloatware vorinstalliert. Eine spezielle Tastatur, ein Dateimanager mit Werbung. Alles lässt sich schnell entfernen. Die Tastatur-App hat allerdings über 100 Sprachpakete vorinstalliert, was die Deinstallation ohne spezielle Software aufwändig macht. Microsoft Office ist vorinstalliert, ich habe dieses auch heruntergeworfen und durch SoftMaker Office ersetzt.

Mit der Dolby App kann die Soundausgabe gesteuert werden. Verschiedene Profile, wie Video, Sprache, Spiele stehen zur Verfügung und sollen die Soundausgabe entsprechend optimieren. Das klappt ganz gut. Podcasts klingen im Sprachmodus subjektiv besser. Wunder kann aber auch Dolby bei den internen Lautsprechern vollbringen.

Ansonsten gibt es zur Software nicht soviel zu berichten, ein Standard-Android-System ohne zu viele eigene Anpassungen und Schnick-Schnack. Gefallen tut mir die generelle Offenheit von Android. Einfach mal Dateien mit USB vom PC übertragen, kein Problem. Maus und Tastatur können mit USB-OTG angeschlossen werden. Sobald die Maus angeschlossen ist, erscheint ein Mauscursor wie beim Laptop. Damit lässt sich aus dem Tablet schnell ein kleines Netbook basteln. Auch mein USB-Headset lief sofort ohne Probleme am Tablet. Auch die Möglichkeit Apps ohne den Play-Store zu installieren ist fein.

Fazit

Ich bin sehr zufrieden mit dem Lenovo Tab. Es ist sehr günstig und bietet genug Leistung, sofern man keine 3D Spiele zocken möchte. Surfen geht flott und ohne größere Ruckler. Das Display ist gut und auch bei hellen Umgebungen gut ablesbar. Die Auflösung ist für die Größe OK. Beim Speicher sollte man schauen, ob die 16 GB ausreichen und ggf. zu einer größeren Variante greifen. Über die SD-Karte kann man die größten Sachen auslagern. In Sachen Hardware bekomme ich als Thinkpad-Fan auch hier solide Lenovo-Qualität. Wer ein solides Tablet für wenig Geld sucht, kann hier zuschlagen.

Da ich das Tablet stets in den Rucksack werfe, habe ich noch eine preiswerte Hülle dazu gekauft. Diese schützt das Tablett und lässt sich gleichzeitig noch aufstellen um Videos zu schauen.

Weitere Bilder und Beispiel-Video

Beispiel-Bilder-Kamera

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