Mass Effect Andromeda – mein Fazit

Manche Spiele dauern längern, in diesem Fall Mass Effect Andromeda. Gekauft habe ich das Spiel, zusammen mit einer Xbox One vor ein paar Jahren, nun habe ich es durchgespielt. Ein Review.

Die Mass Effect Reihe gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Ich habe die Spiele seit Erscheinen bisher fast jedes Jahr einmal durchgespielt. Die Geschichte und das Universum sind rund, die Dialoge mit den verschiedenen Charakteren spannend. Bei keinem anderen Spiel habe ich so auf den neuen Teil hingefiebert, wie auf Mass Effect 2. Voller Spannung saß ich vor der Xbox, als ich zurück zur Citadel flog, welche ich gerade noch gerettet hatte, nur zum festzustellen, dass die Welt sich weiter gedreht hatte.

Mass Effect war auch ein Versprechen eine frei erkundbare Galaxie vor sich zu haben. Als Spectre durfte ich frei entscheiden, wohin die Reise geht. Auch wenn es nur ein Taschenspielertrick war, in welcher Reihenfolge die Hauptmissionen absolviert wurden. Zwischendrin ging es mit dem Mako, zumindest in Teil 1, auf verschiedene Planeten, welche zwar irgendwie gleich, aber doch recht unterschiedlich waren.

In Teil gab es eine Schlacht auf den Mond von Palaven und über mir lang ein Planet auf dem Geräte sichtbar Kämpfe abgingen. Kurz gesagt episch.

Bereits das Ende von Mass Effect 3 sorgte für Kontroversen. Ich fand das Ende auch nur mittel, aber in den Zeiten des Internetmobs machen solche Empörungen lautstark und öffentlichkeitswirksam die Runde. Man sieht es bei jeder neuen Star Trek Serie, welche von einer Minderheit von Fans lautstark kritisiert und niedergemacht wird. Früher war alles besser.

Mass Effect Andromeda

Als ich las, dass ein neues Mass Effect vom Horizont erscheint, war mir sofort klar, dass ich mir das holen muss. Ein Mass Effect ohne Commander Sheppard? Warum nicht.

Wie bei allen mit hohen Erwartungen gepägten Neuerscheinungen, Stichwort neue Star Wars oder Star Trek, Serie, gab es schnell einen Shitstorm in den sozialen Netzwerken. Daran war auch das Spiel nicht ganz unschuldig. Die Entwicklung von MEA verlief alles andere als optimal. Unter Zeitdruck wurde ein Spiel zusammenzimmert und gekürzt. Der Grund warum man einem Planeten nur mit Nomad erkunden kann, lag an der Entwicklung, im Spiel wird daraus erhöhte Strahlung. Nagut.

Auch die Gesichtsanimationen passten oft nicht, irgendwo gab es Figuren, die seltsam durch die Gegend liefen. Vieles fiel nur bei genauem Hinsehen auf.

Es folgten regelmäßige Updates und Patches, welche die meisten Fehler behoben.

Aus Zeitgründen bin ich erst dieses Jahr dazu gekommen das Spiel endgültig durchzuspielen. Und was soll ich sagen, ich fand das Spiel in Ordnung. Etwa 80 Stunden habe ich im Spiel zugebracht, das dürfte fast soviel sein, wie für alle 3 Mass Effect Teile der ersten Reihe.

Ich fand das Open-World Konzept anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, später sehr schön. Es gibt viel zu erkunden, die Welten sind groß und im Gegensatz zu Mass Effect 1 grafisch deutlich besser und interessanter. Wann immer ich auf Elaaden war, konnte ich vor dem Fernseher die Hitze spüren, genauso wie die Kälte auf Voeld.

Viele finden die zahlreichen Mini-Missionen langweilig. Irgendwo hinfahren, irgendwas scannen und Rückmeldung geben. Muss man mögen, ich mochte es, auch mal einfach die Welt zu erkunden als mich ständig im Shooter-Modus irgendwo durchschießen zu müssen. Die ganze Welt wird auch etwas glaubwürdiger, wenn man irgendwo hinfährt und einfach zwei Typen auf einem Planeten findet die Drogen anbauen und selbst testen.

Die rahmengebende Story ist weniger im Vordergrund wie bei den ersten Teilen. Sie begleitet das Spiel. Lange Zeit spielt der Gegner keine so große Rolle. Erkundung und Besiedlung der neuen Galaxie stehen im Vordergrund. Man bestimmt selbst das Tempo mit dem es vorangeht.

Auch die neuen Gefährten haben mir Freude gemacht. Die Charaktere sind interessant. Ich brauchte etwas Zeit um mit ihnen warmzuwerden, aber das ging mir mit Mass Effect 2 und neuer Crew nicht anders.

Viele Hintergrundinformationen sind wie immer im Codex zu finden, auch das E-Mail-System erlaubt es die Kommunikation zwischen den Crew-Mitgliedern mitzulesen. Wer im echten Leben gerne WhatsApp mitlesen würde, kann dies hier zumindest virtuell. Scherz beiseite, es gibt viele Texte, welche zahlreiche Hintergrundgeschichten erzählen und erklären. Auch der Codex ist wieder mit ab Board, schade, dass dieser nicht vorgelesen wird.

Fazit

Ich fand das Spiel sehr gut und finde eigentlich nur schade, dass viele ursprüngliche Ideen nicht umgesetzt werden konnten. Was wäre es für ein episches Spiel geworden, wenn man die gesamten Planeten der Sternenkarte besuchen hätte können, sofern das Feature mit zufällig generierten Welten funktioniert hätte. Ich habe ich gut unterhalten gefühlt, habe auch die Freiheiten genossen, einfach mal auf einem Planeten zu schauen. Die Story geht in Ordnung, lässt einige Fragen offen und einen Cliffhanger gibt es auch.

Leider habe ich derzeit wenig Hoffnung auf einen zweiten Teil oder zumindest einem DLC. Zumindest ein Remake der ersten 3 Teile ist in der Gerüchteküche. Hier lässt sich auch weniger verkehrt machen, als mit einem komplett neuen Spiel.

Wer das Spiel noch nicht hat, für ein paar Euro bekommt man es inzwischen.

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