Welche Risiken bergen virtuelle Zahlungen?

Nicht mehr lange, dann ist Weihnachten. Weit oben auf den Wunschlisten stehen auch in diesem Jahr Elektronikgeräte aller Art. Insbesondere Smartphones und Notebooks führen im Ranking der Geschenke. Das ist nicht weiter verwunderlich, immerhin hat uns 2020 in puncto Homeoffice, Social Distancing und bargeldloses Bezahlen an den Supermarktkassen weiter in die Zukunft katapultiert, als wir es noch vor einem Jahr für möglich gehalten hatten. In vielen Bereichen hängen die technischen Voraussetzungen weit hinter den digitalen Möglichkeiten zurück. Kritik an dem Digitalpaket der Schulen und der Breitbandversorgung in den ländlichen Gebieten sind nur einige der Brennpunktthemen. Auch Datenschutz ist im Zuge der Diskussionen um Corona zu neuen Kontroversen erwacht. Haben sich die Befürworter noch vor wenigen Monaten den größtmöglichen Schutz auf die Fahnen geschrieben, werden jetzt Forderungen nach Transparenz laut. Im Kampf gegen die Pandemie zählen Offenlegung der Fallzahlen, Kontaktdaten und Krankheitsverläufe weit mehr als der Schutz des Individuums.

Wie sicher sind in diesen Zeiten Kryptowährungen oder mobile Zahlungen via Apple Pay & Co?

Die bekannteste und wohl auch erfolgreichste Kryptowährung ist Bitcoin. Virtuelles Geld, dezentral verwaltet, gerät immer wieder in die Schlagzeilen. Von den einen als unabhängiges Währungssystem willkommen geheißen, wird es von anderen als unsicher und anfällig für Hackerangriffe verteufelt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Das Zahlungsmittel funktioniert unbeeinflusst von Banken und Regierungen. Ein großes Netzwerk legitimiert alle Transaktionen. Wallets sind anonym und verschlüsselt, die Speicherung geschieht in Blockchains. Ein System, das gegen alle Nachteile der staatlichen Währungen gefeit ist? Leider nein. Der Kurs schwankt extrem, insbesondere in der Zypern-Krise fiel er rasant. Laien sind schnell außen vor, denn jeder muss sich selbst um die Sicherheit und Verschlüsselung kümmern – dazu sind nicht alle User auch in der Lage. Als langfristige Geldanlage sind Bitcoins daher in erster Linie für digitale Könner geeignet, die außerdem in der Lage sind, sich und ihre Transaktionen vor Hackern zu schützen.

Im Gegensatz dazu werden Transaktionen via Smartphone oder – extra fancy – mit der Smartwatch auch bei digitalen Newbies immer beliebter. Während die meisten Banken Apple Pay lediglich in Verbindung mit der Kreditkarte anbieten, gibt es erste Banken und Sparkassen, die auch die Girokarte einbinden. Damit verringern sich die Kosten für die Zahlungsnehmer. Viele Unternehmen lehnen Apple Pay aufgrund des hohen Aufwandes ab. Es ist ein Spagat zwischen dem, was die Kunden erwarten und dem, was Unternehmen bereit sind, für eine Transaktion zu zahlen. Wie viele Kunden kehren nicht wieder, wenn die bevorzugte Zahlungsmethode nicht akzeptiert wird? Allein aus Marketinggründen ist die Zahlung per Smartphone oder Smartwatch ein großer Vorteil. Doch wie steht es um die Sicherheit? Gaukeln Face ID und Fingerprint eine zweifelhafte Gefahrlosigkeit vor? Alle Bezahlapps garantieren, dass Kreditkarten- und Kontonummern geheim bleiben. Anders sieht es bei den Datenschutzbestimmungen und dem Datensendeverhalten aus. Werden unerlaubt vertrauliche Daten weitergegeben, erfahren Unbefugte z. B., wo eingekauft wurde und welche Vorlieben der Käufer hat. Smartphones mit einer Near-Field-Communication-Funktion, kurz NFC, müssen lediglich wenige Zentimeter über das Lesegerät gehalten werden und schon wird die Zahlung angewiesen. Selbstverständlich muss das Handy vom Besitzer vorab freigeschaltet sein. Damit liegt die Sicherheit bei der Einrichtung der Entsperrung – Fingerprint und Face ID sind somit sicherer als ein Nummerncode.

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