Lockpicking – Schlösser knacken als Hobby

Lockpicking ist ein spannendes Hobby, welches sich als hilfreich erweisen kann, z.B. wenn die Wohnungstür zufällt und man ohne Schlüssel davor steht. Oder den Schlüssel vom Briefkasten oder dem Fahrradschloss verbummelt hat.

Lockpicking ist der neudeutsche Begriff für “Schloss kacken”. Schlösser knacken als Hobby? Machen das nicht nur Diebe und Einbrecher? Nein! Lockpicking ist die Technik Schlösser ohne Schlüssel zu öffnen, zerstörungsfrei. Es gilt den Schließmechanismus auszutricksen und zu überwinden.

Je nach Schloss ist dies eine recht knifflige Angelegenheit, was den sportlichen Ehrgeiz der Lockpicking-Community weckt. Die meisten Schlösser werden auch in nicht Türen geknackt, sondern klassisch daheim auf dem Küchen- oder Wohnzimmertisch.

Je nach Schloss kann der Vorgang einige Zeit in Anspruch nehmen. Klassische Einbrecher würden an dieser Stelle wohl einfach die Tür eintreten.

Die Funktionsweise von Schlössern

Die meisten Schlösser sind Schließzylinder. Diese verfügen über eine bestimmte Anzahl an Pins plus Feder, welche diese in den Zylinder drückt. Die Pins sorgen dafür, dass das Schloss blockiert. Erst, wenn der passende Schlüssel verwendet wird, werden die Pins in die richtige Höhe befördert, sodass der Zylinder sich drehen lässt.

Lockpicking Werkzeug

Ein Lockpicking set besteht in aller Regel aus verschiedenen Hooks und Spannern. Dies sind die wichtigsten Werkzeuge, welche für das Lockpicking benötigt werden. Taucht man tiefer in die Materie ein, findet man weitere Werkzeuge mit illustren Namen wie Schlange, Schneemann, Halbdiamant oder Tropfendiamant. Auch halbautomatische Werkzeuge, wie eine Lockpicking-Pistole findet man hier.

Für den Anfang gibt es spezielle Einsteigersets, diese bestehen aus dem Werkzeug und Übungsschlössern. Diese können beispielsweise mit einem transparenten Gehäuse ausgestattet sein, welches die Funktionsweise deutlich macht und man auch sieht, was das Werkzeug genau bewirkt. Hier gibt es verschiedenste Ausführungen, welche sich in Bauart und Schwierigkeitsgrad unterscheiden.

Wie immer gilt, dass das billigste Angebot nicht unbedingt das Beste ist, aber bereits für unter 100 Euro bekommt man Sets mit einer großen Auswahl an verschiedenen Pick-Formen und Übungsschlössern. Ist das Fieber geweckt, kann das Werkzeug später jederzeit erweitert werden. Bereits mit dem Grundwerkzeug kommt man in aller Regel recht weit.

Fazit

Wer schon immer mal ein neues Hobby mit einer ordentlichen Herausforderung ausprobieren wollte, dürfte im Lockpicking eines finden, sofern man genug Ausdauer und Geduld mitbringt. Das erste Schloss ist bekanntlich das schwerste und am Ende zählt die Herausforderung. Und wer weiß, vielleicht kann man später auch mal dem Nachbarn in seiner Not helfen, wenn dieser vor verschlossener Türe steht. Gleichgesinnte finden sich im Internetforen oder auch auf Kongressen, wie denen des Chaos Computer Clubs. Die größte Gruppierung, der Verein “Sportfreunde der Sperrtechnik” ist deutschlandweit organisiert und hat über 1500 Mitglieder.

Hier finden sich auch Anleitungen für den Einstieg. Natürlich gilt: nur die eigenen Schlösser dürfen geöffnet werden.

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