Pale Moon Webbrowser

Bei Browsern denkt man erstmal ein die üblichen Verdächtigen: Chrome, Internet Explorer, Edge, Firefox und vielleicht noch Opera. Aber es gibt auch noch andere kleine Browser, welche nicht so oft im Rampenlicht stehen. Sie füllen oft Nischen, die die Platzhirsche nicht abdecken. Deswegen schreibe ich heute einen kleinen Artikel über meinen Standardbrowser Pale Moon.

PaleMoon habe ich vor ca. einem halben Jahr entdeckt. Es handelt sich um eine Abspaltung vom Firefox-Projekt, daher ist es nicht verwunderlich, dass die Benutzeroberfläche der älterer Firefox-Varianten ähnelt.

Doch warum sollte man überhaupt solche eine Abspaltung verwenden und nicht das Original? In erster Linie ist es Geschmackssache. Browser wurden mir in den letzten Jahren zu spartanisch. Menüs und Toolbars wurden vorzugsweise ausgeblendet, die Benutzeroberfläche immer minimalistischer und weniger anpassbar. In gewisser Weise sind die Browser sich dadurch extrem ähnlich geworden. Minimale Toolbar, Eingabezeile für die Adresse und Tabs, mehr sieht man kaum noch. Nicht meine Welt.

Ich habe hingegen lieber einen anpassbaren, funktionalen Browser, welcher seine Funktionen nicht vor mir versteckt. PaleMoon orientiert sich optisch an älteren Firefox-Versionen, welche mir besser gefallen haben.

Der Browser ist in fast allen Fällen kompatibel und es gibt keine Probleme mit der Darstellung. Standardmäßig gibt er sich als Firefox aus. Somit haben auch Webseiten, welche meinen den Browser erkennen zu müssen, keine Probleme damit. Dies kann man aber auch abschalten, so dass sich der Browser rein als Pale Moon ausgibt. Hier kann es dann passieren, dass man von Webseiten aufgefordert wird einen modernen Browser zu installieren oder nur eine abgespeckte Webseite angezeigt bekommt.

Entwickler und Webdesigner freuen sich über Entwicklerwerkzeuge, welche ebenfalls kaum etwas vermissen lassen. Mir fehlt hier nur der Responsive-Design-View.

Der Browser lässt sich recht gut anpassen. Neben den Standardanpassungen der Benutzeroberfläche, gibt es auch zahlreiche Themes. Ich verwende hier einen alten Netscape-Theme, dies war schließlich mein erster Webbrowser vor 20 Jahren. Fein, aber auch kein großes Merkmal.

Probleme gibt es mit Plugins. Zwar gibt es eine gewisse Anzahl an Plugins, aber die Auswahl kann mit der von Firefox nicht mithalten. Immerhin hat sich die Anzahl der Plugins in den letzten Monaten deutlich erhöht.

Firefox Plugins sind prinzipiell kompatibel, in der Praxis laufen viele Plugins nicht, da diese eine aktuelle Firefox-Version voraussetzen. PaleMoon ist bis Firefox 27 kompatibel. Zahlreiche Plugins lassen sich in älterer Version installieren. So nutze ich ein älteres Plugin für KeePass und Evernote.

Hierzu muss man auf der Addon-Seite vom Firefox auf die Versionshistorie gehen und zu älteren Versionen zurückgehen. Damit lassen sich einige Plugins installieren, eine Garantie, dass diese problemlos funktionieren gibt es aber nicht. Es ist am Ende leider etwas Gefrickel.

Spannend bleibt hier, wie sich die Addons beim Firefox weiterentwickeln. Ab Firefox 57, welcher Ende diesen Jahres erscheinen soll, werden auch hier die alten Addons nicht mehr unterstützt. Firefox-Benutzer werden hier auch auf das ein oder andere geliebte Plugin verzichten müssen. Ab dieser Version werden nur noch Plugins mit der WebExtensions-Api unterstützt.

PaleMoon gibt es für Windows, als auch für Linux. Auch eine portable Variante ist verfügbar. Sowohl als 32 bit und 64 bit Version. Übersetzungen stehen ebenfalls bereit. Regelmäßige Updates zeigen, dass die Software aktiv weiterentwickelt wird und es gibt es recht aktives Support-Forum.

Ich mag den Browser besonders hinsichtlich der Anpassbarkeit und weil Nische einfach auch etwas cool ist.

Pale Moon Webseite

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