Gescheitert: Linux und Gaming

Ein Rant: Ich mag Linux, mein Server läuft unter Linux und wenn ich nicht gerade über Windows schreiben würde, Windows Software entwickeln würde. Ich würde mich mit Hingabe auf dem Linux Desktop herumkonfigurieren. Rein privat natürlich. Linux auf dem Desktop hat immer noch seine Tücken. Mein erster Kontakt mit Linux war ein Suse Linux 6, auf meinem 486er, irgendwann in den 90ern. Damals kam Linux noch auf 6 CDs und mit dicken Handbüchern. Diese dienten als Internetersatz. Internet hatte man damals nicht und schon gar keinen zweiten Rechner mit dem man bei Problemen googlen konnte. Es gab kein Google damals. Aber ich schweife ab:

Ich zocke ab und zu. Alte Spiele, richtig alte Spiele. Sowas wie Team Fortress Classic. Das Spiel kam Anfang 2000 auf den Markt. Mit 3D Grafik die seit 15 Jahren jede Grafikkarte langweilt. Da auch mein Windows PC ab und zu zickt. Windows ist ja auch nicht besser. Dachte ich. Installier doch Linux.

Steam wird offiziell für Linux angeboten und die Spiele sind auch für Linux verfügbar. Was soll schon schiefgehen. Steam gibt es auch als DEB-Paket für Ubuntu zum Download. Installiert es schnell, jedoch startete es nicht. Ein hüpfendes Ikon, welches wieder verschwand.

Als Linuxfan weiß man: starte den Kram mal über die Kommandozeile. Da werden wenigstens Fehlermeldungen angezeigt:

../common/pipes.cpp (571)

Cool. Da will man direkt den Debugger anwerfen. Das Internet liefert sofort eine Antwort. Einfach “LD_PRELOAD='/usr/$LIB/libstdc++.so.6' DISPLAY=:0 steam” verwenden. Auch das half nur etwas. Zwar startete Steam, versuchte sich zu updaten und schmierte dann ab.

Alternativ sollte man Steam einfach über den Ubuntu Paketmanager installieren. Nagut. Immerhin lief dann Steam und ich konnte das Spiel herunterladen. Nach dem Start kam die Ernüchterung. Die Grafik ruckelte. Ich hatte vor 18 Jahren einen Athlon mit 800 Mhz und 128 MB RAM, auf diesem lief das Spiel damals flüssig. Hätte ich einfach behalten sollen.

Das Spiel war nicht spielbar. Die mitgelieferten Grafiktreiber von Linux können wohl immer noch nicht so wirklich viel. Wie soll man es den Linux Entwicklern verübeln (Linux Torvalds: Nvidia, Fuck You!), NVidia liefert kaum interne Infos heraus und liefert selbst einen Treiber. Auch dieser ist schrecklich.

Nach dem Download und Start über die Kommandozeile, quittiert der Installer die Installation einfach mit einem Fehler: “You appear to be running an X server“. Ach nee, total außergewöhnlich, dass man eine grafische Benutzeroberfläche verwendet. 🙂

Nagut, beenden wir den X-Server eben. Den Grafiktreiber ohne grafische Benutzeroberfläche installieren musste ich zuletzt unter Windows 3.1. Egal. Schnell auf die Kommandozeile gewechselt und den X-Server und Window-Manager beendet:

sudo service lightdm stop

und danach noch ein beherztes

sudo init 3

Anschließend die Installation erneut gestartet: The distribution-provided pre-install script failed! Continue installation anyway?

Anscheinend gibt es Konflikte mit dem installiert “Nouveau” Grafiktreiber. Der Installer bietet an, diese zu deaktivieren und nach einem Neustart soll es dann klappen. Leider nicht:

Am Ende bleibt man nur mit einem “ERROR: Installation has failed” zurück. Da verlor ich die Lust, weiter zu suchen, weiter zu googlen und bin zurück zu Windows Installation gewechselt.

2018 wird wohl auch nicht das Jahr von Linux auf dem Desktop.

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