i7S TWS – preiswerte AirPod-Clone

Was taugen Billige Bluetooth Kopfhörer nach Art der Apple AirPods?

Als Apple die Apple AirPods auf den Markt brachte, gab es jede Menge Spott. Seltsam sähen diese aus, oft wurde der Vergleich mit Ersatzzahnbürsten gezogen. Auch wenn das Design gewöhnungsbedürftig war bzw. noch ist, haben sich die AirPods zu kleinen Stilikonen entwickelt und auch viele Kritiker mussten einräumen, dass diese nicht nur gut klingen, sondern auch extrem praktisch sind.

Gibt es kabellose Kopfhörer nun bereits seit vielen Jahren, hatten diese jedoch alle eine Verbindung zum jeweiligen Gegenpart. Selbst kleine In-Ear Kopfhörer waren stets mit einem Kabel verbunden. Ein Kabel stört und verheddert sich und sorgt für unschöne Nebengeräusche in der In-Ear-Variante.

Das Konzept der Apple AirPods ist pfiffig. Da nur wenig Akkukapazität in den Kopfhörer passt, gibt es ein Case dazu, welches die Kopfhörer bei Nichtbenutzung lädt. Idealerweise steht man also nie mit leerem Akku da, da man die Kopfhörer immer mal wieder in den Pausen ins Case tut.

Das ein solches Konzept Nachahmer findet ist klar. So hat es nicht lange gedauert, bis es preiswerte Kopien des Originals gibt. In fast gleichen Design. Aber taugen diese Kopfhörer etwas? Immerhin sind die Originale von Apple mit 180 Euro nicht gerade billig.

Also fix ein paar im Internet zum Testen bestellt.

i7S TWS

Hardware

Die i7S TWS Kopfhörer kosten um die 25 Euro. Optisch verspricht das Bild im Internet ein fast gleiches Design, ein Ladecase ist ebenfalls mit dabei. Ich war gespannt!

Bereits beim Auspacken wird klar, dass der Hersteller hier nur mit Wasser kochen kann und Apple in Sachen Technik weit voraus ist. Die größte Herausforderung dürfte sein, Akku und Elektronik in ein kleines Gehäuse zu packen. Die Kopfhörer sehen aus wie das Original, sind aber insgesamt deutlich größer und wuchtiger. Für Leute mit kleinen Ohren könnte das ein Problem sein. Auch die Verarbeitung wirkt billiger, das Plastik ebenfalls. Das teure Original ist einfach schicker.

Neben den Kopfhörern ist auch hier ein Ladecase mit dabei. Dieses dient neben der Aufbewahrung auch zum Laden. Das Case wird mit einem Micro-USB-Kabel geladen, welcher der Hersteller auch beilegt. Auch das Case wirkt deutlich billiger als das Original. Gut, auch hier gilt, man hat ja deutlich weniger bezahlt.

Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfach. An jedem Kopfhörer befindet sich ein Button, diesen lange Drücken und das Gerät schaltet sich ein und wechselt daraufhin in den Pairing-Modus. Dies wird auch als englische Sprachmeldung im Kopfhörer ausgegeben, genauso wie andere Meldungen, wie erneute Verbindung oder ein fast leerer Akku. LEDs im Inneren der Kopfhörer geben ebenfalls Aufschluss über den aktuellen Status. Im normalen Betrieb leuchten diese zum Glück nicht.

Das Pairing klappt schnell und problemlos. Beim nächsten Anschalten verbindet sich das Telefon automatisch, das ist praktisch. Der Ladezustand wird im Display des Telefons angezeigt. Sinnvoll, da man ansonsten den kleinen Dinger nicht ansehen kann, wie voll der Akku noch ist.

Zum Ausschalten drückt man wieder besagte Tasten für einige Sekunden. Im Gegensatz zu den Airpods ist kein Mikrophon verbaut. Freisprechen geht also nicht.

Trotz der ungewohnten Größe sitzen die Kopfhörer gut in den Ohren, auch beim Joggen hatte ich keine Probleme, dass diese herausfallen.

Ton

Beim Ton setzt sich die Mittelmäßigkeit fort. Sie klingen weder besonders schlecht, noch besonders gut. Wer die Apple Kopfhörer kennt, welche dem iPhone beiliegen, die i7S TWS klingen einen Tick schlechter. Hier hängt es davon ab, was man genau anhören will. Bei Podcasts und Hörbüchern fällt es mir weniger auf als bei Musik. Musikalische Hochgenüsse kann man nicht erwarten.

Akku

Der integrierte Akku macht nach ca. 2 bis 2,5 Stunden schlapp. Dies wird einem auch recht deutlich direkt über die Kopfhörer mitgeteilt. Ich denke die Laufzeit ist für die Größe ganz OK und deckt damit viele Anwendungsbereiche ab, sei es der Weg zur Arbeit, die Jogging-Runde. Es ist kein Gerät mit dem man viele Stunden am Stück Musik oder Podcasts hören kann.

Zum Laden steckt man die Kopfhörer in das Ladecase. LEDs leuchten im Inneren, erst rot beim Laden und blau nach Abschluss des Ladevorgangs. Der Ladevorgang startet leider nicht automatisch, hierzu muss der Knopf auf der Vorderseite des Ladecases gedrückt werden. Das Case wird mittels Micro-USB-Anschluss geladen. Zwei LEDs auf der Vorderseite geben Ausschluss über den Ladezustand des Cases. In der Praxis funktioniert diese Anzeige eher ungenau und zeigte bei mir nie volle Ladung an.

Mit einem voll geladenen Case können die Kopfhörer zwei mal geladen werden. Der Ladevorgang dauert etwa eine knappe Stunde. Insgesamt hängen die Kopfhörer damit in Sachen Laufzeit den Originalen deutlich hinterher. Zum Vergleich: Apple gibt 5 Stunden Laufzeit für die Kopfhörer an, mit 15 Minuten laden kann man wieder für 3 Stunden Musik hören und das Case sorgt für ca. 24 Stunden Laufzeit insgesamt.

Alle Akkus können nicht gewechselt werden, ganz wie beim Original. Geht der Akku kaputt, landen auch die Kopfhörer in die Wertstofftonne. Schade, aber mir fällt auch kein schlüssiges Konzept ein, wie man hier einen sinnvollen Akkutausch realisieren könnte.

Fazit

Ein Fazit ist gar nicht so leicht zu ziehen. Die Kopfhörer bzw. das kabellose Konzept gefällt. Es gibt kein störendes Kabel mehr, die Kopfhörer sind schnell auf- und abgesetzt. Kein Kabel, welches beim Joggen herum wedelt, Störgeräusche verursachen. Kein Hängenbleiben. Das ist unglaublich praktisch.

Dies lässt mich auch über die Verarbeitungsmängel und eher mittelmäßige Tonqualität hinwegsehen. Ich nutze die Kopfhörer beim Joggen oder Radfahren, hier überwiegt der Tragekomfort ohne Kabel die Mängel bei der Tonausgabe. Auch die etwas größeren Abmessungen als beim Original von Apple sind verkraftbar. Verarbeitung und Materialqualität sind Mittel, auch die Handhabung ist nicht so fluffig wie bei den AirPods. Die Freisprechenfunktion fehlt komplett und es gibt auch keine Touchbedienung. Das Ladecase lädt erst nachdem man den Power-Button gedrückt hat.

Kaufempfehlung? Kommt drauf an. Wer nicht mehr Geld ausgeben will oder einfach nur das kabellose Konzept testen will, der kann sich die Kopfhörer anschauen. Wenn Geld keine Rolle spielt, dann lieber gleich zum Original greifen.

Die Kopfhörer sind für bestimmte Situationen praktisch. Situationen bei denen das Kabel stört, z.B. beim Sport, beim Handwerken oder anderen Tätigkeiten. Die Laufzeit des integrierten Akkus ist ganz OK, aber nichts um den ganzen Tag im Büro damit Musik zu hören. Für ca. 25 – 30 Euro bekommt man Hardware und Kopfhörer die am Ende OK ist, nicht mehr.

Vergleich mit Apple AirPods

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