Gesperrte Microsoft-Konten – das Risiko der Cloud

Bring Deine Daten in die Cloud haben Sie gesagt, da sind sie sicher. Außer Dir wird das Konto gesperrt.

Die Cloud und in diesem Fall der Microsoft Dienst OneDrive ist eine praktische Sache. Die Daten werden automatisch synchronisiert, Microsoft kümmert sich um die Sicherung der Daten und man hat von jedem Endgerät Zugriff drauf. Dafür zahlt meine eine jährliche Gebühr und gut ist.

Zumindest so lange Microsoft nicht den Account sperrt, wie Dr. Windows berichtet. Verstoß gegen die Servicebedingungen heißt es dann lapidar. Zugriff auf das Konto bekommt man nicht mehr und es gibt wohl auch keinen vernünftigen Weg die Sache über den Support klären zu lassen. Im Unklaren wird man auch über die Ursache gelassen. Kafka lässt grüßen.

Die Vermutungen gehen in Richtung eines Verstoßes gegen des Servicevertrages. Hier werden unter anderem die zulässigen Inhalte genannt. Zwar ist hier bei jedem Punkt von Freigabe die Rede, aber wer seine MP3-Sammlung sichert, freizügige Fotos speichert oder das eigene Kind nackt am Strand fotografiert scheint in Gefahr zu geraten, dass ein Algorithmus zuschlägt und das Konto sperrt. Unwiderruflich.

Privates Foto in der Cloud

Private Fotos gehören nicht in die Cloud merkt Martin Geuß von Dr. Windows an, aber genau dafür haben wir doch die Cloud. Das Smartphone sichert automatisch alle Bilder in die Cloud, sodass die wertvollen Erinnerungen nicht durch einen Defekt ins digitale Nirvana verschwinden. Ich behaupte, dass mit der Cloud viele Anwender überhaupt erstmals so etwas wie ein Backup haben.

Hinzu kommt, dass Microsoft aktiv in Richtung Microsoft Konto und Speicherung der Daten in die Cloud lenkt. Bei der Einrichtung von Windows 10 geht ein lokales Konto nur noch über Umwege, OneDrive möchte die “Eigenen Dateien” gleich sichern und lädt damit potenziell auch gleich die Fotosammlung in die Cloud. Martin Geuß erwähnt Beispiele von Leuten, denen genau dies passiert ist. Kurz nach dem Upload wurde das Konto gesperrt.

Die Sperre des Accounts kann sehr negative Auswirkungen haben, so lässt sich das Office Paket nicht mehr nutzen, falls man es abonniert hat. Der Zugriff auf die Daten in OneDrive ist verwehrt und die gekauften Apps und Xbox-Spiele sind auch weg. Von den Notizen in OneNote ganz zu schweigen.

Was muss Microsoft tun?

Microsoft muss für Transparenz sorgen und erklären was erlaubt ist und was nicht. Die eigene MP3-Sammlung hochladen ist erlaubt, aber teilen solltest Du die nicht. Ebenfalls muss ein Prozess geschaffen werden, welcher es den Benutzern erlaubt über den Support wieder Zugriff auf die Daten zu bekommen. Es muss der Grund sichtbar sein, warum der Account gesperrt worden ist, sodass der Anwender die Möglichkeit hat die Missstände zu beheben.

Das endgültige Sperren von Konten muss rückgängig gemacht werden können.

Vorsorge gegen Sperren

Bis dahin gilt es Vorsorge zu betreiben. Beim Teilen von Daten sollte man sich überlegen, was man genau teilt. Außerdem sollte man alle Daten zusätzlich zur Cloud auch noch mindestens einmal irgendwo lokal gesichert haben.

Die Funktion “Dateien bei Bedarf” ist praktisch, führt aber dazu, dass nur die verwendeten Dateien heruntergeladen werden.

Auf mindestens einem Computer sollten diese Dateien nochmal komplett heruntergeladen und zusätzlich auf einer USB-Festplatte gesichert werden.

Fazit

So schön die Cloud ist, so unschön sind die Nebenwirkungen. Der vermeintlich sichere Hafen für Daten entpuppt sich als Falle. Mit dieser Problematik steht Microsoft nicht alleine da. Auch andere Anbieter haben entsprechende Klauseln.

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