Clean.email – Ordnung ins Postfach bringen

Im Umgang mit E-Mails sehe ich verschiedene Ansätze bei den Leuten. Die einen halten ihr Postfach penibel sauber, Zero Inbox, alles wird sofort weg sortiert. Der andere Ansatz, alles bleibt im Posteingang und gut ist. Mein Ansatz ist irgendwo dazwischen. Der Posteingang wird aussortiert und enthält nur “offene Mails” bei denen noch irgendeine Aktion erforderlich ist. Alles andere wird grob weg sortiert. Hierbei verlasse ich mich mittlerweile mehr auf die Suche des Mailprogramms, statt auf manueller Sortierung.

Ordnung ins E-Mail Postfach, so lautet das Versprechen von Clean.email. Statt manueller Arbeit und Sortierung verspricht der Anbieter, durch Algorithmen Ordnung ins Postfach zu bringen. Ich habe mir den Dienst angeschaut. Bei solchen Automatismen überwiegt in erster Linie meine Skepsis, schließlich möchte ich nicht, dass am Ende irgendeine wichtige E-Mail gelöscht wird, ohne dass ich davon etwas mitbekomme.

Der Zugriff auf Dienste wie Gmail, iCloud oder Yahoo funktioniert direkt. Ansonsten arbeitet Clean.email im Prinzip mit jedem E-Mail Dienst zusammen, welcher das IMAP-Protokoll unterstützt. Dafür werden die Zugangsdaten des Dienstes benötigt. Anschließend erfolgt die Analyse des E-Mail Kontos. Clean.email gibt an, dass nur auf die Header-Daten zugegriffen wird. Dies sind Absender, Datum, Mailgröße, Empfänger. Der Inhalt und die Anhänge werden nicht ausgelesen. Die Daten werden nach 24 Stunden auch wieder vom Server des Anbieters gelöscht.

Nach der Analyse werden diverse vordefinierte Filter angeboten, das E-Mail Postfach zu bereinigen, zu markieren, automatisiert E-Mails in Ordner zu verschieben. So kann man Mails die älter als eine definierte Zeit sind, markieren, löschen, verschieben. Andere Filter sind Mails mit “Dead End”, also Mails die man nicht beantworten muss (z.B. von noreplay@irgendwas.com) oder Benachrichtigungen von sozialen Netzwerken. Mit einem Rutsch lassen sich diese komplett aus den E-Mails tilgen. Alle Filter werden auf der linken Seite des Browsers angezeigt. Mit einem Klick bekommt man eine Übersicht der E-Mails und Statistiken des Filters angezeigt. Somit kann man sehen, welche E-Mails von dem jeweiligen Filter erfasst werden. Am Anfang sollte man eh vorsichtig sein und nicht gleich das Postfach komplett bereinigen. Lieber erstmal alles in einen Ordner verschieben lassen und anschließend nach kurzer Durchsicht im Mailprogramm löschen.

Auch eigene Filter lassen sich anlegen. In der Übersicht bekommt man angezeigt, wie viele E-Mails sich im jeweiligen Filter befinden. Ein Klick darauf und man bekommt die E-Mails angezeigt. Komplett anzeigen lassen sich diese nicht, dies muss weiterhin im E-Mail Programm oder im Webinterface des Anbieters erfolgen, da Clean.email die Daten nicht abruft.

Die Basisfunktionen des Dienstes sind kostenlos. Allerdings ist hier die Anzahl der zu analysierenden E-Mails beschränkt. Für die komplette Funktionalität wird ein bezahlter Account benötigt. Diesen gibt es ab 8 Euro im Monat. Wer mehrere Accounts gleichzeitig bearbeiten möchte, muss etwas mehr zahlen.

Fazit

Der Dienst funktioniert problemlos und schnell. Die Analyse der E-Mails geht flott und es ist interessant zu sehen, was sich so alles im Postfach befindet. Wer sowieso Ordnung hält wird allerdings auch nur wenig Nutzen daraus ziehen. Für mich sind Dinge wie das Löschen von älteren E-Mails interessant. Aber vielleicht kriege ich am Ende einfach auch nur zu wenig E-Mails.
Der Dienst ist nicht kostenlos, was bei sensiblen Infos wie Mails positiv zu sehen ist. Der Anbieter muss sich finanzieren und das sollte er nicht über die Analyse meiner Mails und verkaufen von Benutzerdaten machen. 🙂

Hier gehts zum Anbieter Clean.email

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