Klüger arbeiten, nicht länger: Die 4-Tage-Woche für ein glücklicheres Leben annehmen!

Weniger Arbeiten, dafür smarter.

Aktuell nimmt die Debatte um die 4-Tage-Woche aktuell erneut Fahrt auf. Gewerkschaften sind naturgemäß dafür, Arbeitgeber dagegen. Vereinzelt probieren es Unternehmen auch schon aus.

Die Vorteile der 4-Tage-Woche

Ich selbst bin bisher ein paar Mal in den Genuss der 4-Tage-Woche gekommen. Zweimal unfreiwillig, durch Kurzarbeit. Anschließend war für mich klar, dass ich selbst nicht zur Vollzeit zurückmöchte. Auch wenn es formell keine 4-Tage-Woche war, konnten wir, dank Gleitzeit, z.B. den Freitag frei machen. Somit sparten sich viele Kollegen den Stress im Berufsverkehr.

Bei Gesprächen mit den Kollegen stellte sich heraus, dass die Effekte der Arbeitszeitverkürzung durchweg positiv aufgenommen wurden. Die Woche war entspannter, es war mehr Zeit für Haushalt und drumherum. Leistungsmäßig hatten die meisten Leute das Gefühl, sogar produktiver zu sein.

Das klingt erstmal zu positiv, wird aber durch Studien durchaus bestätigt. So sagt eine Studie aus Großbritannien, dass die Arbeitnehmer durchweg zufriedener und gesünder waren. Fehltage gingen um über 60 % zurück. Die Produktivität wurde sogar leicht gesteigert, da die Angestellten in der kürzeren Zeit effektiver arbeiteten und weniger Zeit an der Kaffeemaschine verbringen.

Immerhin wollte etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen, nach der Studie, die Vier-Tage-Woche beibehalten.

Übrigens, wer bereits heute weniger Arbeiten möchte, kann dies in den meisten Unternehmen jederzeit tun. In vielen Unternehmen besteht ein Anspruch auf Teilzeit, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Allerdings muss der Arbeitnehmer hier auch anteilig auf den Lohn verzichten.

Die Nachteile der 4-Tage-Woche

Auch wenn die Ergebnisse erstmal durchweg positiv klingen, kann es auch Nachteile geben. Nicht in jedem Job kann die Produktivität gehalten werden, wenn weniger gearbeitet wird, dazu noch bei vollem Lohnausgleich. Der Fokus der 4-Tage-Woche geht meist auf Büroarbeiter. Am Fließband oder in handwerklichen Berufen korreliert der Output doch mehr mit der Arbeitszeit.

Ebenfalls besteht die Gefahr, dass die Produktivitätszuwächse oder zumindest die gleichbleibende Produktivität sich mit der Zeit verringern. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und es besteht auch die Gefahr, dass die Kaffeepausen mit der Zeit deutlich länger werden.

Je nach Regelung kann es auch sein, dass Mitarbeiter an unterschiedlichen vier Tagen arbeiten und so weniger Raum für Kommunikation oder Abgleich von Ideen vorhanden ist.

Alternative: Home-Office und mobiles Arbeiten

Diese Probleme sind nicht neu und haben während der Corona-Pandemie an Qualität gewonnen. Auf einmal hieß es Home-Office für alle, panisch wurden Notebooks gekauft und Microsoft Teams gebucht.

Inzwischen wollen die Unternehmen, dass die Mitarbeiter zurück in die Firma kommen. Zumindest anteilig. Bei uns in der Firma sind 40 % Home-Office und 60 % im Büro. Ein guter Kompromiss.

Aber auch hier müssen die Ideen nicht aufhören. Nicht jeder kann vernünftig im Home-Office arbeiten, weil schlicht kein Platz vorhanden ist. Hier bieten sich Alternativen an, der Entwickler aus Salzburg arbeitet für eine Münchner Firma und geht jeden Morgen einfach in den Co Working Space Salzburg. Für Firmen bietet sich darüber hinaus die Möglichkeit, Fachpersonal ohne Ortsbezug beschäftigen zu können. Gerade in den Zeiten des Fachkräftemangels ist es ohnehin schwierig, vor Ort genug Leute zu finden.

Unternehmen können so auch teure Büroflächen in der Innenstadt sparen. Statt einer teuren Bürofläche Düsseldorf arbeiten die Kollegen von daheim, unterwegs oder im Co-Working-Space. Im Hauptsitz gibt es dann weniger Büros mit fliegenden Arbeitsplätzen, für die Leute, die dann doch mal vor Ort sind.

Fazit

Die Diskussion um die 4-Tage-Woche und alternative Arbeitsmodelle sind spannend. Ich denke, in der Zukunft wird es darum gehen, die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gut unter einen Hut zu bringen. Die Flexibilität wird auf beiden Seiten zunehmen.

Home-Office wird eine Alternative sein, anstatt jeden Tag im Büro anwesend sein zu müssen. Aber auch hier werden wir nur in wenigen Fällen eine 100%-Lösung sehen. Selbst Internetfirmen wie Google, Microsoft oder Zoom wollen, dass die Mitarbeiter zumindest ein paar Tage in der Woche wieder im Büro sind.

Die 4-Tage-Woche wird irgendwann kommen, zumindest in Teilen und wenn es vernünftige Regelungen gibt. So kann ich als Arbeitnehmer auch nicht einfach auf die 4-Tage-Woche pochen, wenn gerade die Not groß ist. Im Gegenzug wird der Arbeitgeber ebenfalls Zugeständnisse an die Work-Life-Balance machen müssen.

Es bleibt spannend.

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